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Fracking Giftige Chemikalien bei Erdgas-Förderung

Das Umweltbundesamt warnt davor, Erdgas mit Hilfe giftiger Chemikalien zu fördern. Beim sogenannten Fracking könnten Chemikalien ins Grundwasser gelangen. Die Pläne der Erdgasbranche erleiden eine Rückschlag.

07.09.2012 17:44
Fracking in den USA: Überschüssiges Gas muss abgefackelt werden. Foto: rtr

Die Pläne der Erdgas-Branche, auch in Deutschland die Gasgewinnung aus Kohleflözen und Schiefergestein schnell hochzufahren, haben einen Rückschlag erlitten. Die dafür eingesetzte Fracking-Technologie wird voraussichtlich nur schrittweise und unter strengen Auflagen eingeführt werden. Das zeichnete sich am Donnerstag bei der Vorstellung einer Studie des Umweltbundesamtes (UBA) zu den Fracking-Risiken durch Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) ab.

Knackpunkt ist die Sorge ums Trinkwasser. Die Studie warnt, dass die Technologie zu Verunreinigungen im Grundwasser und damit zur Gefährdung der Wasserversorgung führen könnte.

Beim Fracking werden Chemikalien eingesetzt, die laut UBA zum Teil „gefährlich, giftig sowie gesundheits- und umweltgefährdend“ sind. Man presst sie mit hohem Druck zusammen mit großen Mengen Wasser und Sand in tiefe Gesteinsschichten, um diese aufzubrechen. Die Flüssigkeit erzeugt Risse (Fracs) im Gestein. Durch diese strömt das Erdgas zusammen und kann dann mittels Bohrungen an die Erdoberfläche gebracht werden.

Trinkwasserqualität darf nicht beeinträchtigt werden

Die Gutachter empfehlen als Konsequenz zwar kein generelles Verbot des Fracking, sie raten aber davon ab, die Methode großflächig zur Erschließung unkonventioneller Erdgas-Vorkommen zu nutzen. Das UBA schlägt vor, die Risiken des Fracking in einzelnen Pilotvorhaben zu untersuchen – unter strenger Begleitung von Behörden und Wissenschaftlern.

Schutzgebiete für Trinkwasser und Heilquellen sollen allerdings tabu sein. Diese machen rund 14 Prozent des Bundesgebietes aus. Trinkwasser sei „ein hohes Schutzgut“, sagte UBA-Präsident Jochen Flasbarth. Seine Qualität dürfe nicht beeinträchtigt werden. Die UBA-Experten schlagen zudem Änderungen im Genehmigungsverfahren vor. Für Fracking-Vorhaben soll künftig keine einfache Genehmigung nach Bergrecht mehr ausreichen, sondern eine formelle Umweltverträglichkeitsprüfung vorgeschrieben werden, die betroffenen Bürgern Mitspracherechte gäbe. Altmaier sicherte zu, dass alle Bedenken ausgeräumt sein müssten, bevor Fracking zum Einsatz komme.

Forderung nach Verbot

Die Gasförderer reagierten zurückhaltend auf die Studie. „Die Signale stimmen mich zuversichtlich, dass wir den eingeschlagenen Weg der vorsichtigen Erkundung weiter fortsetzen können“, sagte Gernot Kalkhofen, Chef für Zentral-Europa bei Exxon-Mobil. Der Konzern ist Marktführer in Deutschland. Er hatte seine Pläne für die unkonventionelle Gasgewinnung gestoppt, nachdem sich an geplanten Standorten unerwartet heftiger Protest erhoben hatte.

Umweltverbände fordern indes von Altmaier eine härtere Gangart. Der Naturschutzbund (Nabu) macht sich für ein Förder-Moratorium stark und befürwortet Demonstrationsvorhaben, um die Risiken zu klären. Der BUND dringt auf ein komplettes Verbot. „Es handelt sich um eine Hochrisikotechnologie mit unkalkulierbaren Folgen“, sagte Dirk Jansen vom NRW-Landesverband der Berliner Zeitung. Eine Erdgasgewinnung „um jeden Preis“ dürfe es nicht geben. Schon jetzt sei klar, dass die Gefahren für das Grundwasser zu groß seien.

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