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Energieverbrauch Ökostrom in Las Vegas

Die Glitzerstadt in der Wüste von Nevada ist für seinen gigantischen Energieverbrauch bekannt. Nun steigt die Stadtverwaltung vollständig auf Solar-, Wind- und Wasserkraft um.

23.12.2016 13:14
Las Vegas ist neuerdings die größte Ökostrom-Stadt der USA. Foto: rtr

Weihnachten in Las Vegas? Viele Amerikaner finden das super, auch wenn die Hotels und Restaurants sie dann noch kräftiger als sonst zur Kasse bitten. Ein Besuch im Casino, ein Sechs-Gänge-Christmas-Dinner, gepflegter Alkoholmissbrauch in Gruppen, vielleicht eine Spontanheirat – und was man sonst gerne macht in der Glitzerstadt in der Wüste von Nevada. Wem dabei ein klein bisschen mulmig ist wegen des gigantischen Energieverbrauchs dieser Glitzer-Metropole mit ihren knapp zwei Millionen Einwohnern und 40 Millionen Touristen jährlich, der kann jetzt aufatmen: Las Vegas ist neuerdings die größte Ökostrom-Stadt der USA.

Ein riesiges Solarkraftwerk „Boulder Solar 1“ ist in der Wüste außerhalb der Stadt gebaut worden, kürzlich erfolgte der Netzanschluss, und damit verfügt Las Vegas nun über genug Ökostrom-Kapazitäten, um den Strombedarf aller öffentlichen Einrichtungen zu decken. Ob Rathaus, Bürgerhaus, Beleuchtung für Straßen und Parks – dafür werde nur noch Strom aus erneuerbaren Quellen genutzt, verkündete Bürgermeisterin Carolyn Goodman diese Woche. „Das ist wirklich ein Tag, auf den wir stolz sein können“, sagte sie. „Wir sind nur eine der wenigen Städte weltweit, die alle Energie aus grünen Quellen bezieht.“

Das hört sich gut an, kann aber falsch verstanden werden. Denn es gilt zwar für den Strom, den die Stadtverwaltung nutzt, nicht aber für den Rest des Elektrizitätsverbrauchs in der Metropole, und der liegt bedeutend höher. Allerdings muss man den Stadtoberen zugute halten, dass sie sich seit 2008 mit Erfolg um Energieeinsparung bemühen. Der Stromverbrauch der gesamten Stadt liege heute um fast ein Drittel niedriger, und inzwischen hat auch eine Reihe Casinos angekündigt, künftig sukzessive auf Ökostrom umzustellen. Der „CO2-Fußabdruck“ ist nach den offiziellen Angaben heute nur noch so groß, wie er 1950 war – und das trotz stark gewachsener Bevölkerung und Aufrüstung im Tourismus.

Und noch eine positive Seite hat das Ergrünen des kommunalen Stroms: Mit dem vollständigen Umstieg auf Solar-, Wind- und Wasserkraft spart die Stadtverwaltung nun rund fünf Millionen Dollar Stromkosten pro Jahr.

Las Vegas ist natürlich nicht die einzige Kommune in den USA, die saubere Energie pusht. Burlington, Virginia, Aspen und Colorado haben bereits 100 Prozent Ökostrom, andere wollen die Umstellung in den nächsten Jahren schaffen, etwa San Francisco. Kurz nach der Präsidentschaftswahl haben die Bürgermeister von immerhin 48 US-Großstädten einen offenen Brief an Donald Trump geschrieben. Sie wollten mit dem Klimaschutz weitermachen, ließen sie ihn wissen – mit oder ohne Unterstützung aus Washington ...

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