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Energie Millionen vom Staat für Solarspeicher

Neues Millionen-Subventionsprogramm der Bundesregierung: Im Frühjahr sollen private Solarspeicher mit rund 2000 Euro gefördert werden. Der Nutzen der kleinen Speicher für die Energiewende ist allerdings fraglich.

16.01.2013 16:56
Ein Stapel handelsüblicher Batterien im Gegenlicht. Die Solarstromspeicher setzen moderne Akkus ein. Foto: imago/imagebroker

Die Bundesregierung startet noch in diesem Frühjahr ein millionenschweres Subventionsprogramm für Solarspeicher. Ein Sprecher des Bundesumweltministeriums sagte unserer Zeitung, schon zu Ostern solle ein Fördertopf für das Jahr 2013 zur Verfügung stehen, der von der Staatsbank KfW ausgereicht wird. „Wir wollen die Technologie-Entwicklung anstoßen und dem Kleinspeicher-Markt auf die Sprünge helfen“, sagte der Sprecher. Bundesumweltminister Peter Altmaier hatte bereits von mindestens 50 Millionen Euro Umfang gesprochen. Damit könnten laut Industriekreisen 20.000 bis 25.000 Batteriespeicher mit je gut 2000 Euro pro Anlage gefördert werden. Zu Details wollte sich der Ministeriumssprecher allerdings nicht äußern.

System kostet rund 13.000 Euro

Die Akkus machen es Haushalten möglich, sich zeitweise vom Stromnetz abzukoppeln und einen deutlich höheren Anteil des auf dem Dach erzeugten Solarstroms selbst zu verbrauchen. Das lohnt sich, da die Vergütung für Solarstrom, der gefördert ins Netz eingespeist wird, inzwischen niedriger liegt als der Preis für Strom aus dem Netz. Tests zufolge können mit Klein-Akku mehr als zwei Drittel des Stroms einer kleineren Solaranlage selbst verbraucht werden,

Zahlreiche Hersteller bieten inzwischen Batteriesysteme an, darunter auch der größte deutsche Solarkonzern Solarworld und Deutschlands zweitgrößter Energieerzeuger RWE. Das RWE-System kostet zum Beispiel 13.000 Euro für 4,6 Kilowattstunden Speicher mittels Lithium-Ionen-Batterie.

Für die Speicherförderung hatte sich neben der schwarz-gelben Regierung im Bundesrat unter anderem die sächsische FDP stark gemacht – die gleichzeitig die Förderung von Öko-Strom-Erzeugung beschneiden möchte.

Dabei ist äußerst umstritten, ob die Speicher-Subvention der Energiewende nützt. Die vor einigen Jahren noch gehegte Hoffnung, dass dadurch das Stromnetz stabilisiert werden kann, wird in Expertenkreisen inzwischen kaum noch geäußert. Denn die kleinen Speicher werden nicht gesteuert, um die schwankende Erzeugung von Solar- und Windstrom auszubalancieren. Das bedeutet zum Beispiel, dass die Anlagen häufig dann den Strom an die Hausgeräte abgeben werden, wenn eigentlich Elektrizität im Überfluss im Netz vorhanden ist – und andersherum.

Kleinspeicher für andere Länder interessant

Eine Studie des ISEA-Instituts der Uni Aachen im Auftrag des Solarverbands BSW kam schon Mitte 2011 zum Schluss, dass die staatliche Förderung kleiner Speicher wenig sinnvoll sei. Nur bei einer Steuerung der Hausbatterien, die an die Nachfrage angepasst sei, könnten die Anlagen zur Stabilisierung des Systems beitragen. Hinzu kommt, dass die Betreiber kleiner Speicher sich kaum noch an der Finanzierung der Strominfrastruktur beteiligen würden, da ihr Verbrauch sinkt.

Im Bundesumweltministerium ist die Diskussion bekannt. Der Umfang des Programms sei finanziell begrenzt, betonte der Sprecher. Die Auswirkungen würden genau beobachtet. „Das Programm hat unter anderem ja gerade auch das Ziel, mögliche netzdienliche Effekte dieser Klein-Speicher zu ermitteln“, sagte er.

Interessant könnte die technische Fortentwicklung der Kleinspeicher möglicherweise vor allem für andere Länder werden. Etwa 1,5 Milliarden Menschen leben ohne Stromanschluss, die Mehrzahl in sonnenreichen Regionen der Erde. Da Solarpaneele deutlich billiger geworden sind und heute schon günstiger Strom erzeugen als Dieselgeneratoren, könnte ein gewaltiger Markt für lokale Speicher entstehen.

Bei der Speicherförderung wird es jedoch keine Bevorzugung deutscher Produkte geben. Und die führenden Batteriehersteller kommen hauptsächlich aus Asien.

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