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Atomkraft Teurer AKW-Schutz

Japan lässt seine Atommeiler sicherheitstechnisch nachrüsten. Die Arbeiten erweisen sich jedoch als deutlich aufwendiger und teurer als geplant.

07.02.2014 12:07
Japan will seine Atomkraftwerke sicherer machen, wie hier eines von Tepco. Foto: REUTERS

Japans Stromkonzerne investieren Milliardensummen in die sicherheitstechnische Nachrüstung, um ihre 50 seit der Fukushima-Katastrophe im März 2011 abgeschalteten Atomkraftwerke wieder ans Netz zu bekommen. Experten erwarten jedoch auch fast drei Jahre nach dem Super-GAU nicht, dass sie die Reaktoren kurzfristig wieder hochfahren können. Die Arbeiten erweisen sich zum Teil als deutlich aufwendiger und teurer als ursprünglich geplant.

Zudem muss die nationale Atombehörde NRA in langwierigen Prüfungen checken, ob die nach der Fukushima-Katastrophe erhöhten Anforderungen eingehalten werden, bevor dann die – vielerorts atomkritisch eingestellten – zuständigen regionalen Behörden endgültig über den Neustart entscheiden.

Bisher haben die Energieversorger die Reaktivierung für sechs Reaktoren beantragt. Am Donnerstag wurde bekannt, dass der Stromversorger Chubu Electric Power den NRA-Check für zwei weitere AKW will, die rund 230 Kilometer südwestlich von Tokio an der Pazifikküste liegen. Chubu hofft laut dem TV-Sender NHK, die Nachrüstungen bis September 2015 fertigzustellen, darunter den Bau einer 22 Meter hohen Flutmauer, die mögliche Tsunami-Wellen abfangen soll. Die Reaktoren am Standort Hamaoka sind sehr umstritten, da sie in einem stark erdbebengefährdeten Gebiet liegen. Sie sind vom selben Typ wie die, die in Fukushima zerstört wurden. Der Stromkonzern lässt seit Fukushima wie die anderen Versorger mehr Erdgas- und Kohlekraftwerke laufen, um den fehlenden Atomstrom zu ersetzen. Die hohen Brennstoffkosten brachten Chubu jedoch Finanzprobleme. Deswegen macht das Unternehmen jetzt Druck, die AKW wieder in Betrieb nehmen zu können.

Hohe Strahlung in Fukushima

Probleme mit der Nachrüstung gibt es offenbar auch bei einem AKW auf Japans nördlicher Hauptinsel Hokkaido. Die NRA stellte bei der dort seit einem halben Jahr laufenden Inspektion fest, dass das Notkühl-System den neuen Anforderungen nicht entspricht. Der Konzern Hokkaido Electric kündigte daher jetzt zusätzliche umfängliche Maßnahmen an. Der Zeit- und Kostenplan des Unternehmens zum Neustart der Anlage ist damit Makulatur: Die Inbetriebnahme werde sich „deutlich“ verzögern.

Unterdessen zeigen Nachrichten aus Fukushima, dass Betreiber Tepco noch weit davon entfernt ist, die Lage in der Atomruine unter Kontrolle zu haben. Die Atombehörde forderte von dem Unternehmen Schritte, um die hohe Strahlung auf dem Gelände zu senken. Messungen hatten ergeben, dass der zulässige Grenzwert stellenweise um das Achtfache überschritten wird. Als Ursache für die hohe Strahlung, die die Aufräumarbeiter auf der Anlage gefährdet, wurden die Lagertanks identifiziert, in denen Tepco das radioaktiv verseuchte Wasser aus den Kellern der zerstörten Reaktoren speichert.

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