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Energie Ökostrom-Mix dank Blockchain

Die neue Blockchain-Technologie ermöglicht den direkten und dezentralen Austausch zwischen Energieerzeugern und -verbrauchern.

Solarstrom
Die Blockchain-Technologie soll Stromerzeuger und -kunden besser vernetzen. Foto: Sven Hoppe (dpa)

Blockchain – the next big thing, so heißt es. Die nächste Generation des Netzes. Doch zuletzt hatte die digitale Transaktionstechnologie eine schlechte Presse. Die meisten Zeitgenossen verbinden bisher nur die Kryptowährung „Bitcoin“ damit, die per Blockchain generiert wird. Die macht derzeit negative Schlagzeilen – als Spekulationsobjekt und Umweltsünder. Ihr Kurs explodierte ebenso wie der Stromverbrauch der Serverfarmen, die für „Bitcoin-Mining“ nötig sind. Die Kapazität von zwei bis drei Kohlekraftwerken wird dafür weltweit gebraucht.

Doch die Blockchain-Technologie kann für viele andere Zwecke genutzt werden, gerade auch im Energiesektor. Vorreiter in Deutschland sind die Stadtwerke Wuppertal, die zum Jahresbeginn den weltweit ersten Blockchain-basierten Handelsplatz für Ökostrom eines kommunalen Energieversorgers gestartet haben – genannt „Tal.Markt“. Über eine Internet-Seite können Kunden ihren Strom bei Ökostrom-Anbietern aus der Stadt im Bergischen Land kaufen und ihren Energiemix nach eigenem Gusto zusammenstellen. Jede Transaktion werde dank Blockchain fälschungssicher ausgeführt, heißt es. 

Das Interesse am neuen Angebot ist unerwartet hoch. „Der Erfolg des Tal.Markts hat uns positiv überrascht“, berichtete der Stadtwerke-Manager Andreas Brinkmann. Seit das Unternehmen den Ökostrom-Markt Ende November vorstellten, habe es über 20.000 Seitenabrufe von wsw-talmarkt.de gegeben. Zu Jahresbeginn konnten allerdings erst einige Dutzend Kunden Strom über die neue Plattform beziehen, darunter Wuppertals Oberbürgermeister Andreas Mucke. Um das Angebot nutzen zu können, müssen bei den Kunden nämlich intelligente Stromzähler installiert werden. Die Kosten für Zähler und Einbau übernehmen die Stadtwerke. 

Zur Premiere startet das Unternehmen „ganz bewusst“ nur mit Energieproduzenten aus Wuppertal und dem Bergischen Land – offenbar auch ein Mittel, um die Kundenbindung zu verbessern. Motto: „Bergischer Strom für Wuppertaler Kunden.“ Zu den Stromanbietern auf Tal.Markt gehören eine Wuppertaler Firma mit einer großen Solaranlage, der Verein „Regen“, Betreiber des ersten Wuppertaler Windrads, zudem zwei große private Photovoltaik-Anlagen. In der Pilotphase bieten die Stadtwerke auch Strom aus eigenen Öko-Anlagen an, nämlich aus zwei Blockheizkraftwerken und einer Wasserturbine.

Inzwischen haben auch potenzielle Kunden und Stromanbieter aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz angefragt, ob sie an dem neuen Markt teilnehmen können. Bisher ist das nicht möglich. Mittelfristig sei es aber denkbar, das Wuppertaler Modell auf andere Regionen zu übertragen, heißt es bei den Stadtwerken. Die Blockchain-Technologie mache eine Erweiterung des Angebots einfach.

Wie groß das Potenzial der Blockchain für die gesamte Energiewende ist, zeigt eine Studie der Deutsche Energie-Agentur (Dena) zu diesem Thema. Sie bringe neue Möglichkeiten für den Energiemarkt, etwa für einen direkteren Austausch zwischen dezentralen Energieerzeugern und -verbrauchern, heißt es darin. In einer Umfrage unter 70 führenden Energiemanagern gab die Hälfte der Befragten bereits Ende 2016 an, mit der Blockchain zu experimentieren oder dies zu planen.

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