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Elektromobilität Gas geben statt bremsen

Die Verkehrswende könnte massenhaft Jobs kosten. Jetzt braucht es eine konzertierte Aktion der Industrie mit den Gewerkschaften, um eine robuste E-Auto-Fertigung hierzulande aufzubauen. Auf die Politik sollte man sich lieber nicht verlassen. Der Kommentar.

Angela Merkel
Bislang glänzte Kanzlerin Angela Merkel im Fach Industriepolitik nicht gerade. Foto: rtr

Die IG Metall warnt vor massenhaftem Jobabbau in der Autobranche durch die Elektromobilität. Die Appelle für eine „zielgerichtete Industrie- und Beschäftigungspolitik“ richten sich vor allem an die Kanzlerin. Angela Merkel soll sich bei der EU für milde Abgasnormen für die Zeit bis 2030 starkmachen. Mit laxen Vorgaben soll die schmerzhafte Transformation der Branche vom Verbrenner- zum Elektroantrieb einigermaßen abgefedert und zeitlich gestreckt werden. Denn Autobauer müssten dann weniger E-Mobile verkaufen, um die EU-Vorgaben zu erfüllen.

Die Gewerkschafter sollten sich aber lieber nicht auf die Politik verlassen. Denn so wie bei Sonnen- und Windstrom wird auch die Elektromobilität durch die technologische Entwicklung früher oder später eine Eigendynamik mit einer schnell steigenden Nachfrage entwickeln – ganz unabhängig von Abgasnormen.

Hinzu kommt, dass die Kanzlerin im Fach Industriepolitik bislang nicht gerade geglänzt hat. Was es jetzt dringend braucht, ist eine konzertierte Aktion der Industrie mit den Gewerkschaften, um eine robuste E-Auto-Fertigung hierzulande aufzubauen. Enorm wichtig ist dabei die Entwicklung und Produktion von Batteriezellen, dazu ist eine Kooperation mit der Chemieindustrie unabdingbar. Nur so lassen sich möglichst viele Jobs in der Autobranche retten.

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