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Einfuhrzölle Kein Drama für deutsche Hersteller

Wie sich Strafzölle auswirken würden. Die FR beantwortet die wichtigsten Fragen.

VW-Plakat in China
Neben der EU ist für die Autobauer China der mit Abstand wichtigste Markt. Volkswagen verkauft dort 40 Prozent seiner Fahrzeuge. Foto: afp

Wie hart werden potenziell höhere US-Einfuhrzölle die deutschen Autobauer treffen?
Die Zölle werden VW, BMW und Daimler zwar wehtun, aber die Schmerzen werden sich in Grenzen halten. Das gilt auch dann, wenn die denkbar härteste Version umgesetzt wird: Wenn für importierte Autos ein Aufschlag von 25 Prozent statt bislang 2,5 Prozent auf den Verkaufswert der Fahrzeuge erhoben wird und wenn diese Zölle auch für Importe aus dem benachbarten Mexiko erhoben werden, wo alle deutschen Marken – bis auf Porsche – eigene Werke haben. Und wenn die Importe nicht mit den Exporten von Autos verrechnet werden, die in den US-Werken der drei Konzerne gefertigt werden. 
 
Wie wichtig ist der US-Markt generell für die Autobauer?
Neben der EU ist für die Autobauer China der mit Abstand wichtigste Markt. Volkswagen verkauft dort 40 Prozent seiner Fahrzeuge. Bei BMW und Daimler sind es jeweils rund 30 Prozent. In die USA verkaufen die beiden Konzerne zehn Prozent ihrer Autos. Volkswagen liegt deutlich unter der Zehn-Prozent-Marke. Damit würden sich höhere Zölle in den USA nur auf einen kleinen Teil des Gesamtgeschäfts auswirken. Da in die USA zudem weitgehend Luxusfahrzeuge exportiert werden, deren Käufer in der Regel weniger preissensibel sind, könnte es sogar sein, dass die Strafzölle an die Kundschaft weitergereicht werden können. Deshalb erwartet Autoprofessor Ferdinand Dudenhöffer, dass beispielsweise bei VW der Gewinn um weniger als fünf Prozent schrumpfen würde. 

Wie groß ist das Engagement der deutschen Hersteller in den USA?
Die Fertigung ist von 180 000 Fahrzeugen (2013) auf 804 000 im vorigen Jahr hochgeschraubt worden. Davon wurden 430 000 exportiert. Auch nach Deutschland. So hat BMW die Produktion seiner SUV im Werk in Spartanburg konzentriert. Die Münchner führen aus den USA mehr Fahrzeuge aus, als sie einführen. Sollte die US-Regierung bei einem Verhängen von Strafzöllen Im- und Exporte miteinander verrechnen – müsste es für BMW theoretisch sogar Gutschriften geben.

Wie sieht es für die Zulieferer von Autoteilen aus?
Nicht nur Bosch und Conti, sondern auch viele kleinere Zulieferer sind in den USA tätig. Sie fertigen die meisten Komponenten vor Ort und beliefern damit auch US-Autobauer und asiatische Firmen, die in den USA Werke betreiben. Strafzölle dürften sie nur wenig treffen.

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