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Einbrüche Weniger Wohnungseinbrüche in Deutschland

Etwa 140 000 Wohnungseinbrüche gab es 2016 in Deutschland - deutlich weniger als im Jahr zuvor. Dennoch hat jeder Dritte Angst vor Einbrechern.

Kriminalität
Die Zahl der Einbrüche ist deutlich zurückgegangen. Foto: imago

Zum ersten Mal seit zehn Jahren ist die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland gesunken. Die Versicherer registrierten 2016 rund 140 000 Schadensfälle, fast 13 Prozent weniger als zwölf Monate zuvor. Auch die Polizeiliche Kriminalstatistik zeigt nach ersten Meldungen einen spürbaren Rückgang an – offiziell werden die Daten am kommenden Montag vorgestellt.

Damit zeichnet sich eine Trendumkehr ab, nachdem die gefühlte und die tatsächliche Unsicherheit in den eigenen vier Wänden lange Zeit zunahm. Noch 2007 meldeten die deutschen Versicherungskunden 120 000 Einbrüche. Danach stiegen die Fälle fast Jahr für Jahr an. Trotz des aktuellen Rückgangs ist daher die Wahrscheinlichkeit, Opfer eines solchen Delikts zu werden, deutlich höher als vor zehn Jahren. Allerdings zeigt sich auch bei den finanziellen Belastungen, dass der Höhepunkt erst einmal überschritten worden ist.

Im Durchschnitt machten die Versicherten laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) 3250 Euro Kosten je Einbruch geltend. Das sind 100 Euro weniger als 2015. Die Diebe hätten es meist auf technische Geräte wie Handys oder Tablet-Computer sowie auf Bargeld und Schmuck abgesehen, da diese leicht zu transportieren seien. Häufig richten sie aber noch höhere Schäden an, weil sie ramponierte Türen oder demolierte Fenster hinterlassen. Zuständig ist die Hausratversicherung, für die branchenweit die Ausgaben in diesem Bereich um 60 Millionen Euro auf 470 Millionen sanken.

Die Angst vor Dieben in der Bevölkerung ist gleichwohl groß, wie eine Umfrage des Instituts Forsa im Auftrag des GDV zeigt. Fast 80 Prozent meinen demnach, dass in den vergangenen fünf Jahren das Risiko zugenommen habe. Jeder Dritte hat nach eigenen Angaben Angst vor Einbrechern. Die Politik hat diese Stimmung aufgegriffen und angekündigt, die Strafen zu verschärfen. So will Justizminister Heiko Maas (SPD) die Mindeststrafe für Einbrecher auf sechs Monate anheben. Die Union wollte sogar ein Minimum von einem Jahr Gefängnis einführen. Allerdings ist die Aufklärungsquote gering. Nur in jedem siebten Fall kann die Polizei Tatverdächtige ermitteln. Und selbst wenn jemand erwischt wird, werden häufig die Ermittlungsverfahren eingestellt.

Der GDV ruft daher dazu auf, selbst in die Prävention zu investieren. Nur jeder Vierte der Befragten gab an, dass ihre Wohnung oder das Haus mit abschließbaren Fenstergriffen, zusätzlichen Sicherungen an Balkon- oder Terrassentüren oder einem zweiten Schloss an der Eingangstür ausgerüstet seien. „Leider wird der mechanische Einbruchschutz meist sträflich vernachlässigt, obwohl dieser in der Praxis sehr wirkungsvoll ist“, sagte GDV-Präsident Alexander Erdland. Jeder dritte Einbruchsversuch scheitere an solchen Vorkehrungen. Doch viele scheuten die Kosten für den Einbau. Insbesondere Mieter wollten nicht in fremdes Wohnungseigentum investieren.

Dies liegt auch daran, dass Vermieter sich häufig an den finanziellen Aufwendungen dafür nicht beteiligen wollen. Dies müssen sie freilich auch nicht. Sie sind lediglich verpflichtet, verschließbare Eingangstüren einzubauen. Ohne Zustimmung des Eigentümers sollte laut GDV kein Mieter Veränderungen vornehmen, die in die Bausubstanz eingreifen. Sonst könnte es ihm passieren, dass er bei Auszug den ursprünglichen Zustand wieder herstellen muss. Die Bundesregierung hat für 2017 50 Millionen Euro an Fördermitteln für solche Investitionen bereitgestellt. Die Gelder können bei der staatlichen Bankengruppe KfW beantragt werden. Pro Wohnung oder Haus ist eine Förderung bis maximal 1500 Euro möglich.

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