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Eier-Skandal Bauernverband kritisiert Krisenmanagement

Der Bauernverband übt Kritik am Krisenmanagement des Skandals um mit Fipronil belastete Eier. Es ging Zeit verloren, um die Verbreitung einzugrenzen.

10.08.2017 10:45
Fipronil-Krise
Ein Probenbecher mit Eigelb, das auf Rückstände untersucht wird. Foto: dpa

Der Deutsche Bauernverband hat das europäische Krisenmanagement im Zuge der Aufarbeitung des Eier-Skandals kritisiert: „Es darf nicht wieder passieren, dass Behörden solche Informationen zurückhalten“, sagte der Vize-Generalsekretär des Verbands, Udo Hemmerling, den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Donnerstag. „Dadurch haben wir wertvolle Zeit verloren, um die Verbreitung der Eier im EU-Binnenmarkt einzugrenzen.“

Damit nahm er Bezug auf die belgischen Behörden, die bereits Anfang Juni von einer möglichen Belastung von Hühnereiern durch das Insektizid Fipronil erfahren hatten. Aufgrund von Betrugsermittlungen wurde diese Information nach Angaben der belgischen Behörde für Lebensmittelsicherheit aber nicht öffentlich gemacht. Belgien wiederum warf den Niederlanden am Mittwoch vor, bereits im November 2016 von belasteten Eiern gewusst, allerdings nicht darüber informiert zu haben.

„Schnellwarnsystem muss besser funktionieren“

Erste Meldungen über mit Fipronil belastete Eier aus Belgien erhielten die EU-Länder nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums am 20. Juli. „Das Europäische Schnellwarnsystem muss besser funktionieren“, sagte Hemmerling vom Bauernverband dazu und forderte „Konsequenzen“ aus der zeitlichen Verzögerung.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) forderte vor diesem Hintergrund von den Niederlanden und Belgien Aufklärung. „In dieser trüben Suppe muss endlich Klarheit geschaffen werden“, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ vom Donnerstag. Er erwarte, dass genau rekonstruiert werde, wer wann welche Eier geliefert habe und ob Deutschland betroffen war. (afp)

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