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Dürre in den USA Preise für Nahrung explodieren

Trockenheit und Hitze in den USA lassen die Lebensmittelpreise weltweit steigen - mit verhängnisvollen Folgen für die Ärmsten der Armen. Im Mittleren Westen der USA sind große Teile der Ernte verloren.

01.08.2012 20:54
Grit Beecken
Verdorrtes Maisfeld in Illinois. Foto: dpa

Trockenheit und Hitze in den USA lassen die Lebensmittelpreise weltweit steigen - mit verhängnisvollen Folgen für die Ärmsten der Armen. Im Mittleren Westen der USA sind große Teile der Ernte verloren.

Jim Yong Kim sehnt sich nach Regen. Denn angesichts der anhaltenden Dürre in den USA fürchtet der Weltbank-Chef weltweit steigende Lebensmittelpreise. Am Montag warnte er eindringlich vor den „verhängnisvollen Folgen“ dieser Entwicklung für die Ärmsten der Armen. Die Weltbank werde Regierungen bei der Umsetzung von Hilfsmaßnahmen unterstützen, kündigte Kim an. Vor allem im Mittleren Westen herrschen Trockenheit und Hitze. Große Teile der Mais- und Soja-Ernte gelten schon jetzt als verloren. Je knapper die Ernte auszufallen droht, desto teurer werden Mais, Soja und Weizen. So ist der Maispreis seit Mitte Juni von etwas über fünf Dollar pro Scheffel auf mittlerweile 8,23 Dollar gestiegen. Das ist ein Plus von 64 Prozent. Weizen legte im gleichen Zeitraum von rund 6,20 Dollar auf 9,16 Dollar zu – ein Plus von rund 48 Prozent.

Etwas moderater fällt der Anstieg mit 22 Prozent bei Sojabohnen aus. Der Preis liegt jetzt bei 16,61 Dollar. Und die Lage bleibt riskant: „Es gibt diese Woche keine Entspannung beim Wetter“, sagte Rohstoff-Experte Victor Thianpiriya von der ANZ Bank. Laut der US-Landwirtschaftsbehörde USDA sind mittlerweile nur noch 24 Prozent der Ernte in gutem oder sehr gutem Zustand.

Bis Anfang Juni hatten die Experten noch mit fallenden Preisen für Lebensmittel gerechnet, erklärte die Weltbank. Die „fürchterliche Trockenheit“ in den USA sei vollkommen unvorhersehbar gewesen. Das Land liefert mehr als die Hälfte der Mais-Exporte weltweit und ein Viertel der Weizen-Exporte. Wassermangel herrsche aber auch in mehreren Ländern Osteuropas und in Indien, berichtete die Weltbank.

Eine ähnlich schlimme Krise wie 2008, als die Lebensmittelpreise sehr stark nach oben kletterten und es in mehreren Ländern deswegen Aufstände gab, sieht die Weltbank aber noch nicht. Die weltweiten Vorräte an Reis seien „relativ gut“. Reis ist in vielen armen Ländern Grundnahrungsmittel. (mit afp)

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