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Bahn entdeckt Heimatmarkt Neue Doppelstock-IC ohne Speisewagen

Doppelstockzüge sollen auf den deutschen Schienen den IC ersetzen. Auch neue ICE hat die Bahn in Auftrag gegeben - diesmal nicht fürs Ausland.

Mehr ICE für Deutschland plant die Bahn (Archivbild) Foto: REUTERS

Die Deutsche Bahn rüstet ihre Fernverkehrsflotte komplett um. In den nächsten Jahren will der Konzern sechs Milliarden Euro in eine neue ICE-Generation sowie in die Erneuerung der 40 Jahre alten IC-Flotte investieren. Damit soll korrigiert werden, dass die Bahn in den vergangenen Jahren auf Rendite getrimmt wurde und die Erneuerung des Fuhrparks, Wartung und Instandhaltung arg vernachlässigt hatte.

„Die neuen Züge sollen bei möglichst jedem Wetter zuverlässig sein, mehr Komfort als bisher bieten und zu einer weitgehenden Standardisierung der Wartung und Instandhaltung führen“, sagte Personenverkehrs-Vorstand Ulrich Homburg. Kurzfristig könne die Bahn aber keine Entwarnung geben. Dieser und der nächste Winter blieben eine große Herausforderung. „Ab Mitte 2012 rechnen wir mit einer ersten Entspannung.“ Bis dahin will Siemens 15 neue ICE liefern, die eigentlich für Verbindungen ins Ausland, so nach Südfrankreich, geplant waren. „Wir werden die Züge vorerst vor allem in Deutschland einsetzen“, so Homburg.

Eine spürbare Entspannung soll es dann Ende 2013 geben. Dann will die Bahn erstmals im Fernverkehr auch Doppelstockzüge einsetzen. Bei Bombardier hatte der Staatskonzern bereits 2008 zahlreiche dieser zuverlässigen Fahrzeuge für den Regionalverkehr bestellt, nun sollen in einer ersten Tranche 27 Doppelstockzüge so modifiziert werden, dass sie auch auf Fernverkehrsstrecken eingesetzt werden können. Normalerweise dauert die Bestellzeit bis zu fünf Jahre, auf diese Weise kann die Bahn ihre dezimierte Flotte in drei Jahren entlasten.

Die Bahn braucht die Züge dringend, denn durch den Achsen-Wechsel wird der Großteil der aktuellen ICE-Züge erst ab 2014 wieder regelmäßig zur Verfügung stehen, ohne permanent in die Werkstatt zu müssen. Zudem verzögert sich der Einsatz der geplanten eigentlichen IC-Nachfolgezüge, der ICx-Flotte. Über diese Züge sei die Bahn zwar mit Siemens in die Schlussverhandlungen eingetreten, dennoch würden die Züge nicht vor 2015 rollen. Mit den „Ersatz-Doppeldeckern“ nimmt die Bahn deshalb in Kauf, dass sie nur 160 Stundenkilometer fahren können und nicht 200 wie ein IC. „Wir hoffen aber, dass wir eine Zulassung der Züge für Tempo 185 erhalten“, sagte Homburg.

Züge ohne Speisewagen

Die Doppelstockzüge kommen aus Görlitz. Sie seien moderner und komfortabler als die IC-Züge. Beinfreiheit wie im ICE, große Ablagen für Gepäck, ein Familienbereich, Platz für Fahrräder, viele Plätze mit Steckdose und verbesserter Handy-Empfang – all das verspricht die Bahn.

In einem Nebensatz verkündet die Bahn auch das Ende des Speisewagens: "Das gastronomische Angebot ist durch ein mobiles Service-Konzept gewährleistet: Die Bedienung der Gäste findet im ganzen Zug direkt am Platz statt – in der 1. wie in der 2. Klasse."

Zusätzlich will die Bahn die ICE-2-Züge und die veraltete IC-Flotte runderneuern.

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