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Fleischskandal Experten finden Schweinefleisch in Dönern

Was ist in unserem Fleisch drin? Nach den Funden von Pferdefleisch in Rindfleischprodukten finden Lebensmittelchemiker nun weitere Produkte, die nicht das enthalten, was sie versprechen: Bei Untersuchungen von Döner-Fleisch finden Fachleute Anteile von Pferde- aber auch Schweinefleisch.

18.02.2013 10:39
Ein Döner - normalerweise gehört da kein Schweinefleisch rein. Foto: Andreas Arnold

Lebensmittelanalytiker rechnen damit, dass der Pferdefleisch-Skandal noch weitere Kreise zieht. „Da jetzt flächendeckend analysiert wird, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es weitere Entdeckungen im Fleischskandal gibt“, sagte der Geschäftsführer des ifp Instituts für Produktqualität in Berlin, Wolfgang Weber am Montag.

Er bestätigte, dass sein Institut bei Döner-Untersuchungen in Leipzig und Berlin in einer Probe einen Anteil von einem Prozent Pferdefleisch entdeckt hat - und in drei Proben sieben Prozent Schweinefleisch. Die Lebensmittel-Tester hatten im Auftrag des Fernsehsenders RTL Döner untersucht.

Herkunft von Schweinefleisch unklar

Vor allem die Herkunft des Schweinefleischs müsse untersucht werden, und wie es in Döner gelangen konnte. Da der muslimische Glauben den Verzehr von Schweinefleisch verbietet, enthält Döner in der Regel Rind-, Lamm- oder auch Puten- und Hühnerfleisch.

Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) verlangt zügige Konsequenzen aus dem Pferdefleisch-Skandal verlangt. „Es muss umgehend gehandelt werden“, sagte sie am Montag vor Sitzungen der CDU-Spitzengremien in Berlin. Zentral sei eine lückenlose Nachweisbarkeit der Produktionsketten und der Herkunftsorte bei verarbeiteten Lebensmitteln. Dies betreffe alle Beteiligten einschließlich des Handels. Mit Blick auf Verstöße sagte Lieberknecht: „Da muss hart sanktioniert werden, da brauchen wir harte Strafen.“

Im Gespräch mit der Berliner Zeitung hatte Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) bereits angekündigt, die Kennzeichnungspflicht zu verschärfen. Zudem sollen die Fleischkontrollen ausgeweitet werden.

Die Londoner „Sunday Times“ berichtet außerdem, der Mitarbeiter der Lebensmittelaufsicht FSA, John Young, habe bereits 2011 das zuständige Ministerium gewarnt, es könnte Pferdefleisch mit unzulässigen Medikamentenrückständen in die Lebensmittelkette gelangen. Es sei aber nichts geschehen. Die britischen Behörden versuchen nun aufzuklären, warum vor 18 Monaten diese Warnungen ignoriert wurden. (FR/dpa/rtr)

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