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O2 nutzt Kundendaten Das Handy: Der Spion in der Tasche

Der Mobilfunkbetreiber O2 will die Bewegungsprofile seiner Kunden verkaufen - anonymisiert und aggregiert, wie das Unternehmen versichert. Harmlos ist das trotzdem nicht. Denn das Handy in der Tasche ist ein perfekter Spion, meint unsere Autorin.

30.10.2012 16:34
Bettina Vestring
Mobilfunkbetreiber O2 will die Bewegungsprofile seiner Kunden verkaufen. Foto: dpa

Gemütlich bummeln Sie durch die Ladenpassage. Ein paar Momente bleiben Sie vor dem Fenster mit den Winterschuhen stehen, dann schauen Sie in die Auslage des Lampengeschäfts. Sie kaufen noch einen Lego-Bagger für Ihren kleinen Sohn, dann fahren Sie nach Haus. Und wissen dabei, dass jeder Schritt, den Sie tun oder lassen, aufgezeichnet und ausgewertet wird. Denn Ihr Handy, das Sie natürlich immer dabei haben, spioniert Sie perfekter aus als jeder James Bond.

Wertvolle Daten

Niemand weiß so genau wie Ihr Mobilfunk-Unternehmen, wo sie gerade sind und wie lange Sie dort bleiben. Das sind Daten, die sich ungeheuer gut zu Geld machen lassen, vor allem, wenn sie mit Bestandsdaten wie Alter oder Geschlecht kombiniert werden. Es ist ein wahrer Goldschatz, auf dem die Mobilfunkbetreiber sitzen. Kein Wunder, dass die hochverschuldete spanische Telekom-Konzern Telefonica, Mutterkonzern von O2 in Deutschland, jetzt mit der Vermarktung der Bewegungsdaten beginnen will.

Kommt O2 damit durch, werden andere Firmen folgen. Der technische Fortschritt, der die Smart Phones überhaupt erst möglich gemacht hat, wird ein weiteres, riesiges Loch in die Privatsphäre der Menschen reißen. Für die Bequemlichkeit, immer und von überall telefonieren und surfen zu können, bezahlen wir einen hohen Preis. Wie hoch, das beginnen wir gerade erst zu erahnen.

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