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Schuldenkrise Griechenland Merkel sieht keine Entscheidungsgrundlage

Kanzlerin Merkel rechnet mit keinen Beschlüssen auf dem Sondergipfel der Euro-Länder. Die Euro-Finanzminister waren zuvor bei einem Krisentreffen ohne Ergebnis auseinandergegangen.

Die neuen Reformvorschläge der griechischen Regierung sollen beim Gipfeltreffen der Eurogruppe einen Durchbruch im Schuldenstreit bringen. Foto: dpa

Montag, 22.6.2015

19.15 Uhr: Frankreichs Präsident Francois Hollande hofft auf eine Einigung in den nächsten Tagen. Es gebe Verbesserungen bei den Vorschlägen Griechenlands. Einige Punkte seien jedoch noch nicht geklärt. Auf dem Euro-Gipfel am Abend rechnet er nicht mit einer Lösung des Konflikts.

19.00 Uhr: Estland dringt auf feste Reformzusagen von Griechenland. "Wir brauchen eine Versicherung der griechischen Regierung, dass sie ihre Verpflichtungen einhält", sagte der estnische Ministerpräsident Taavi Roivas. "Ich will wissen, was die Reformen sind. Eine Einigung ist möglich, aber wir haben keine Zeit mehr."

18.45 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel zufolge gibt es keine Entscheidungsgrundlage für den Euro-Gipfel zu Griechenland. Deshalb könne das Treffen der Regierungschefs der Euro-Zone nur ein Beratungsgipfel sein.

18.30 Uhr: EU-Ratspräsident Donald Tusk hat die Regierungschefs der Euro-Zone aufgefordert, einen chaotischen Grexit zu vermeiden. Sie hätten die Verantwortung, den schlimmsten Fall zu vermeiden. "Ich will alle Karten auf dem Tisch sehen", sagte er im Vorfeld des für den Abend geplanten Sondergipfels.

18.15 Uhr: Im Schuldenstreit zwischen Griechenland und seinen internationalen Geldgebern haben die USA die Regierung in Athen zur Kompromissbereitschaft ermahnt. Nach Angaben aus Washington unterstrich US-Finanzminister Jacob Lew am Montag bei einem Telefonat mit dem griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras, dass Athen dringend einen "ernsten Schritt" unternehmen müsse, um einen "pragmatischen Kompromiss" mit seinen Gläubigern zu erreichen. Bei einem Scheitern drohten "harte Zeiten" für Griechenland sowie "Unsicherheiten" für Europa und die Weltwirtschaft.

18.00 Uhr: "Es ist nicht fünf vor 12, es ist 30 Sekunden vor 12." (Luxemburgs Ministerpräsident Xavier Bettel am Montag in Brüssel vor dem Eurozonen-Treffen zu den Verhandlungen mit Griechenland.)

17.45 Uhr: Die Begrüßung ist wie immer herzlich. EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker tätschelt die Wange des griechischen Premiers Alexis Tsipras. Anlass zur Freude gibt es auch: Der Radikallinke aus Athen übermittelte unmittelbar vor dem Krisengipfel zu Griechenland neue Vorschläge zur Lösung des Schuldenstreits. Steuererhöhungen sind dabei und Einsparungen, die zusammen in den kommenden eineinhalb Jahren fünf Milliarden Euro einbringen sollen.

17.30 Uhr: Neue Hoffnungen auf einen Durchbruch im griechischen Schuldenstreit haben den Eurokurs am Montag gestützt. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete am späten Nachmittag nach einer Berg- und Talfahrt 1,1390 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1345 (Freitag: 1,1299) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8814 (0,8850) Euro.

17.20 Uhr: "Wir sehen einen Staat, der schlemmen möchte und der alle anderen dafür zahlen lassen will." (Die litauische Präsidentin Dalia Grybauskaite am Montag im litauischen Rundfunk zur Position ihres Landes zum Thema Griechenland, bevor sie zum Euro-Sondergipfel nach Brüssel reiste.)

17.10 Uhr: Die Europäische Zentralbank (EZB) erhöht Kreisen zufolge die Notkredite für griechische Banken erneut merklich, die allein Geldauszahlungen durch die Institute noch möglich machen. Die sogenannten Ela-Kredite («Emergency Liquidity Assistance») seien auf 87,8 Milliarden Euro angehoben worden, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Montag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Am vergangenen Mittwoch waren die Kredite noch auf 84,1 Milliarden Euro ausgeweitet worden. Allerdings hatte die EZB auch am Freitag den Rahmen wohl angehoben.

17.00 Uhr: Im griechischen Schuldenstreit zeichnet sich nach Worten von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker eine Lösung in den kommenden Tagen ab. «Ich gehe davon aus, dass wir diese Woche eine Einigung mit Griechenland finden», sagte Juncker vor einem Sondergipfel der Euroländer am Montag in Brüssel. Der Luxemburger schränkte jedoch ein: «Das wird nicht einfach sein.» Noch müsse viel Arbeit erledigt werden, so Juncker. Griechenland muss bis Monatsende 1,6 Milliarden Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückzahlen. Viele bezweifeln, dass das Land das aus eigener Kraft schafft. Weitere Hilfszahlungen hängen aber von neuen Reformzusagen ab.

16.50 Uhr: Der estnische Regierungschef Taavi Rõivas fordert das hoch verschuldete Griechenland dazu auf, den Ernst der Lage zu erkennen und die Vereinbarungen zu erfüllen. «Wir haben nicht mehr viel Zeit. Die griechische Regierung weiß, was zu tun ist und bis wann», wurde Rõivas in einer Mitteilung der Staatskanzlei in Tallinn am Montag vor seiner Abreise zum Sondergipfel zitiert.

16.40 Uhr: Die Euro-Finanzminister vertagen sich nach dem zweistündigen Krisentreffen, das ohne Ergebnis blieb. Der Eurogruppenchef sagt, wenn alles nach Plan laufe, werde es später in der Woche ein erneutes Treffen der Minister geben.

16.30 Uhr: Im griechischen Schuldendrama hält Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem noch in dieser Woche eine Lösung für möglich - trotz der schleppenden Verhandlungen. Dijsselbloem nennt nach einem Krisentreffen der Euro-Finanzminister in Brüssel den neuen Vorschlag aus Athen einen «willkommenen Schritt». «Ich denke also, dass dies eine Gelegenheit ist, eine Einigung in dieser Woche zu erreichen», fügte Dijsselbloem hinzu. «Darauf werden wir hinarbeiten.»

16.20 Uhr: Ob und wann es zu einer Einigung oder zu einer Scheidung von Griechenland und dem Rest der Euro-Zone kommt, lässt sich vor dem Gipfel am Montagabend nicht klar ausmachen. Finanzminister Wolfgang Schäuble tritt energisch auf die Bremse: "Ich sehe nicht, wie wir ohne substanzielle Vorschläge den Euro-Gipfel vorbereiten sollen."

16.10 Uhr: EU-Vertretern zufolge soll beim Euro-Sondergipfel am Abend dem griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras noch einmal deutlich gemacht werden, dass seine Regierung zunächst eine Einigung mit den Institutionen von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) erreichen muss. Verhandlungen soll es bei dem Treffen der Staats- und Regierungschefs der Eurozone nicht geben. Die EZB öffnete erneut die Geldschleusen, um einem Sturm auf die griechischen Banken zuvorzukommen. An den europäischen Börsen machte sich bereits die Hoffnung auf ein Happy End breit.

16.00 Uhr: Im griechischen Schuldenstreit haben die Euro-Finanzminister die Hoffnungen auf eine unmittelbar bevorstehende Einigung gedämpft. Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem lobte am Montag zwar die Vorlage neuer Reformvorschläge aus Athen als wichtigen Schritt. Für eine eingehende Bewertung sei aber mehr Zeit nötig.

15.50 Uhr: Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras trifft einem Insider zufolge am Montag vor dem Gipfel noch EZB-Präsident Mario Draghi.

15.40 Uhr: Im Schuldenstreit mit Griechenland haben die Euro-Länder am Montag noch keine Einigung auf Grundlage neuer Vorschläge aus Athen erzielt. Die Eurogruppe werde deswegen womöglich im Laufe der Woche nochmals zusammenkommen, sagte Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem nach Ende eines Treffens der Euro-Finanzminister in Brüssel. Die neuen Vorschläge aus Athen seien begrüßt worden, die internationalen Gläubiger Griechenlands hätten aber noch keine umfassende Bewertung vorlegen können. Die Vorschläge seien aber eine "Möglichkeit" für eine Einigung noch in dieser Woche, sagte Dijsselbloem.

15.30 Uhr: Fast jeder zweite Investor rechnet einer Umfrage zufolge mit einem Grexit innerhalb der nächsten Monate. 49,5 Prozent gingen von einem Euro-Abschied Griechenlands aus, wie eine am Montag veröffentlichte Erhebung der Investmentberatung Sentix ergab. "Es erstaunt dabei, dass angesichts der jüngst äußerst verfahrenen Situation deren Zahl nicht viel höher ausfällt", erklärte Sentix-Analyst Sebastian Wanke. Sein Haus befragte vom 18. bis 20. Juni mehr als 1000 private und institutionelle Investoren. Ende Mai erwarteten lediglich 40,7 Prozent einen Grexit.

15.21 Uhr: Nach Einschätzung des slowakischen Regierungschefs Robert Fico wird es letztlich eine politische Entscheidung geben, wonach der Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone mehr Vor- als Nachteile hat.

15.02 Uhr: Die neuen griechischen Vorschläge zur Beilegung des Schuldenstreits sind nach Worten von Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem bei einem Treffen der Finanzminister positiv aufgenommen worden. Sie könnten eine Basis für eine Vereinbarung in dieser Woche sein.

14.50 Uhr: Die Eurogruppe wird sich nach den Worten von EU-Kommissionsvizepräsident Valdis Dombrovskis in dieser Woche erneut treffen, um sich mit dem Schuldenstreit zwischen Griechenland und den Gläubigern zu befassen. Für diese Sitzung seien die Vorschläge aus Griechenland zu spät gekommen.

14.47 Uhr: Das Treffen der Euro-Finanzminister vor dem eigentlichen Gipfel ist nach Worten des finnischen Finanzministers Alexander Stubb beendet. Die Arbeit gehe weiter, und die Gläubiger bewerteten die griechischen Vorschläge, erklärt Stubb auf Twitter.

14.36 Uhr: Am Devisenmarkt haben die Anleger am Montag kaum auf das griechische Schuldendrama reagiert. "Offenbar stehen weiterhin die Zinsüberlegungen in den USA für die Positionierungen der Anleger im Fokus", sagte ein Händler. Zwar schoss der Euro im frühen Handel in Reaktion auf neue Vorschläge des griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras zur Lösung des Schuldenstreits um einen halben US-Cent auf rund 1,14 Dollar nach oben. Doch schon am Mittag notierte er mit 1,1350 Dollar wieder kaum verändert zum Freitagabend.

14.21 Uhr: Der stellvertretende Unionsfraktionschef Hans-Peter Friedrich warnt vor einer "politischen Konkursverschleppung". "Wir schaden Europa am meisten, wenn wir uns in die eigene Tasche lügen."

14.05 Uhr: Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble ist überzeugt, dass die Finanzminister "für einen Eurosummit heute Abend keine angemessene Vorbereitung liefern können." Das Gipfeltreffen der Euro-Staats- und Regierungschefs werde deswegen "relativ wenig bringen können".

13.59 Uhr: Wie doch die Zeit vergeht: Vor fünf Monaten begann der Streit um Geld und Reformen.

13.47 Uhr: Das griechische Bankensystem ist nach Darstellung eines Regierungsvertreters stabil. Es gebe für die Regierung im Moment keinen Anlass, weitere Maßnahmen zu ergreifen.

13.36 Uhr: Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat die Erwartungen an einen unmittelbar bevorstehenden Durchbruch im Schuldenstreit mit Griechenland deutlich gedämpft. Für ihn sei der Stand seit dem letzten Treffen der Euro-Finanzminister vom Donnerstag unverändert.

13.23 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagt - offenbar auch mit Blick auf den EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag -, es gebe in dieser Woche noch "viele Tage Zeit, um gegebenenfalls eine Entscheidung zu treffen".

13.16 Uhr: Die griechische Börse gibt einen Teil ihrer Gewinne wieder ab. Der Leitindex in Athen verzeichnet nur noch einen Zuwachs von 5,8 Prozent, nach mehr als acht Prozent am Vormittag.

13.10 Uhr: Die Europäische Zentralbank hat die ELA-Nothilfen für griechische Geldinstitute nach Worten von Ratsmitglied Ewald Nowotny nur bis Ende Montag verlängert. Eine weitere Verlängerung hänge vom Ausgang der Verhandlungen ab.

13.05 Uhr: Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem erklärt, er habe mit dem griechischen Regierungschef Alexis Tsipras ein konstruktives Gespräch gehabt. Über die neuen Vorschläge müssten aber Eurogruppe, Europäische Zentralbank und Internationaler Währungsfonds entscheiden. Am Montag könne es noch keine endgültige Bewertung geben.

13.03 Uhr: Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble liegen nach eigenen Worten keine neuen Vorschläge aus Griechenland vor. Auch der Internationale Währungsfonds habe nichts aus Athen bekommen, sagt er. Ohne substanzielle Vorschläge könne man das Gipfeltreffen am Abend nicht vorbereiten.

13.00 Uhr: «Es hängt jetzt von den Griechen ab, welche Vorschläge sie haben und wie sie in das Programm hineinpassen», sagt Belgiens Finanzminister Johan Van Overtveldt.

12.49 Uhr: Der irische Finanzminister Michael Noonan erwartet nach eigenen Worten am Donnerstag ein weiteres Treffen zum Thema Griechenland. An diesem Tag und am Freitag war ohnehin ein Gipfel der Staats- und Regierungschefs der EU in Brüssel geplant.

12.47 Uhr: Die Bundesregierung beharrt auch angesichts des Zeitdrucks für weitere Griechenland-Hilfen am bisherigen Verfahren für Schuldenländer. Es seien EU-Kommission, Europäische Zentralbank (EZB) und Internationaler Währungsfonds (IWF), die sich mit Griechenland zunächst einigen müssten, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Erst müsse eine Analyse dieser Institutionen zu den neuen griechischen Reformvorschlägen vorliegen, bevor der Eurogruppen-Gipfel dazu Beschlüsse fassen könne.

12.39 Uhr: Eine Einigung zwischen Griechenland und seinen Gläubigern ist nach Worten des spanischen Wirtschaftsministers Luis de Guindos am Montag unmöglich. Es gebe immer noch Arbeiten an Details, die erledigt werden müssten.

12.14 Uhr: Das Bundesfinanzministerium fordert nach einem Bericht der "Welt" von der Regierung in Athen, eine Verlängerung des aktuellen Hilfsprogramms zu beantragen. Außerdem müsse sich Griechenland verpflichten, bestimmte Maßnahmen noch vor der Auszahlung von Geld durch den Rettungsfonds EFSF und dem Internationalen Währungsfonds umzusetzen.

12.02 Uhr: Frankreichs Präsident Francois Hollande mahnt bei den Schuldengesprächen mit Griechenland zur Eile. Es sollte bereits am Montagabend eine Einigung erzielt werden, forderte er in Paris vor dem Abflug nach Brüssel. "Falls es nicht dazu kommt, müssen wir zumindest heute Nacht die Grundlage dafür schaffen, dass ein Abkommen in den nächsten Tagen erreicht werden kann." Hollande pocht zudem auf eine «umfassende und dauerhafte» Einigung.

11.56 Uhr: Die Regierung in Athen hat laut Insidern vor, das Renteneintrittsalter schrittweise auf 67 Jahre zu erhöhen. Derzeit gehen in Griechenland Männer im Durchschnitt mit 63 Jahren in Rente, Frauen mit 59 Jahren. Das Rentensystem soll den Insidern zufolge zudem vereinfacht und Ausnahmen gestrichen werden. Zudem soll demnach bei der Mehrwertsteuer der Basissatz von 23 Prozent gelten, während Energie und Grundnahrungsmittel mit 13 Prozent sowie Medikamente und Bücher mit sechs Prozent besteuert würden.

11.53 Uhr: CSU-Chef Horst Seehofer vor einer Sitzung des Parteivorstandes am Montag in München über den Schuldenstreit mit Griechenland: "Die griechische Regierung hat zwar nicht bei den Finanzen gespart, aber beim Anstand."

11.49 Uhr: Die griechische Regierung sieht angesichts ihrer neuen Vorschläge die Gläubiger am Zug. Das Angebot zeige den Willen Griechenlands, zu einer Einigung zu kommen, verlautet aus Regierungskreisen.

11.40 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel bekräftigt, dass es ohne Empfehlung der internationalen Gläubiger am Montag nur bei einem "Beratungsgipfel" bleibt. Es blieben noch mehrere Tage Zeit, um eine Entscheidung zu treffen.

11.30 Uhr: Eine Lösung im Streit mit Griechenland könnte einem Insider zufolge mehrere Tage auf sich warten lassen. Die Gläubiger-Troika dürfte an diesem Montag keine gemeinsame Haltung finden und noch einige Tage für eine Klärung benötigen, verlautet aus Kreisen der Euro-Zone. Die Vorschläge aus Athen machen einem Insider zufolge aber eine Einigung in den kommenden Tagen möglich.

10.57 Uhr: EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker dämpft die Erwartungen an den Euro-Gipfel am Abend. Er sei nicht sicher, ob heute eine Vereinbarung mit Griechenland geschlossen werde.

10.56 Uhr: Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras fordert eine dauerhafte und tragfähige Lösung im Streit mit den Gläubigern. Sein Land müsse innerhalb der Euro-Zone zu Wachstum zurückfinden.

10.40 Uhr: Einer der stellvertretenden Vorsitzenden der Unionsfraktion im Bundestag, Hans-Peter Friedrich (CSU), hat vor "Taschenspielertricks" bei der Entscheidung über weitere Hilfen für Griechenland gewarnt. "Es geht darum, sich mal anzuschauen, ob die Griechen zu dem bereit sind, was man von Anfang an von ihnen verlangt hat, nämlich zu Reformen. Und bevor der Jubel der Kommission alle Realitäten überdeckt, denke ich, werden wir uns das ganz genau anschauen, ob das, was da jetzt vorgelegt ist, wirklich seriös ist", sagte Friedrich.

10.33 Uhr: Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras trifft nach Diplomatenangaben um 10.30 in der EU-Kommission mit Behördenchef Jean-Claude Juncker zusammen. Um 11 Uhr solle ein Treffen mit Vertretern aller Geldgeber folgen, hieß es in Brüssel. Mit dabei ist die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, die Europäische Zentralbank ist durch Direktoriumsmitglied Benoit Coeuré vertreten. Auch Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem soll anwesend sein.

10.12 Uhr: Die griechische Presse charakterisiert den Sondergipfel der Euro-Staaten am Montag als einen der wichtigsten in der Geschichte der Europäischen Union. «Die Mutter aller Gipfel», titelt das linksgerichtete Blatt «Efimerída ton Syntaktón». Die Athener Zeitung «Ta Nea» prophezeit: «Athen unterschreibt». Das nationalistische Blatt «Eleftheri Ora» ruft dagegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin um Hilfe. «Putin rette Griechenland», titelt das Blatt auf Griechisch und Russisch.

10.05 Uhr: Die Europäische Zentralbank hat einem Insider zufolge zum dritten Mal innerhalb von sechs Tagen höhere Nothilfen für griechische Geldinstitute genehmigt. Der EZB-Rat werde bei Bedarf erneut zu einer Telefonkonferenz zusammenkommen, sagte die mit dem Vorgag vertraute Person am Montag. Eine konkrete Zahl und weitere Einzelheiten waren zunächst nicht zu erfahren.

9.47 Uhr: Der Besuch des griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras am Dienstag im Europarat ist kurzfristig abgesagt worden. Gründe seien nicht genannt worden, teilte ein Sprecher der Straßburger Staatenorganisation am Montag mit. Der Termin war am Freitag vereinbart worden. Tsipras wollte vor der Parlamentarischen Versammlung der 47 Europaratsländer sprechen. Er berät heute auf dem Sondergipfel der Euroländer in Brüssel über eine Lösung der Griechenland-Krise. Der Europarat wacht über die Einhaltung der Menschenrechte und ist Diskussionsforum für aktuelle politische und gesellschaftliche Entwicklungen.

9.40 Uhr: Anleger an der griechischen Börse starten mit Optimismus in den Tag. Der Leitindex steigt in Athen um 6,8 Prozent.

9.23 Uhr: Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier appelliert an die Regierung in Athen, den Forderungen der internationalen Geldgeber nachzugeben: "Wir können alle miteinander nur hoffen, dass die Verantwortlichen in Griechenland sehen und einsehen, dass die Regierung dort sich bewegen muss, wenn die Unterstützung von Europa, EZB und IWF weiterhin gewünscht wird", sagt Steinmeier in Luxemburg.

9.19 Uhr: Die Wirtschaft reagiert: Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es zum Wochenauftakt um 2,22 Prozent auf 20 008,45 Punkte nach oben und der Technologiewerte-Index TecDax gewann 2,00 Prozent auf 1668,03 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 zog um 2,39 Prozent auf 3538,40 Punkte an.

9.16 Uhr: Die linksliberale Turiner Tageszeitung «La Stampa» warnt am Montag vor den Folgen eines möglichen Austritts Griechenlands aus der Eurozone: "Wenn man die Schwierigkeiten in der Türkei bedenkt, die Schwere der Krise im Mittelmeer und die weiter bestehende Zerbrechlichkeit der Balkan-Region, wäre es ein Luxus, den Europa sich nicht erlauben kann und die USA für unvernünftig halten, jetzt auch noch Griechenland zu verlieren und es damit de facto Wladimir Putin zu schenken."

8.41 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat vor dem Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs zur Lösung des Griechenland-Schuldenstreits vor zu hohen Belastungen der Bürger gewarnt. Es gelte "die kleinen Leute in Deutschland und Griechenland zu schützen", sagte der SPD-Chef der "Bild"-Zeitung vom Montag.

08.39 Uhr: Eine Einigung zwischen Griechenland und seinen internationalen Gläubigern muss nach den Worten des stellvertretenden Arbeitsministers Dimitris Stratoulis im Einklang mit dem Wahlprogramm der linken Regierungspartei Syriza stehen. Im Fernsehsender Antenna pocht er daneben auf eine Umschuldung. Zudem könne eine Reform der Frühverrentung nur schrittweise umgesetzt werden.

8.33 Uhr: Der Euro hat am Montag von neuer Hoffnung auf einen Durchbruch im griechischen Schuldenstreit profitiert. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung bis zu 1,1404 US-Dollar und damit knapp einen halben Cent mehr als im asiatischen Handel. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitag noch auf 1,1299 Dollar festgelegt.

08.25 Uhr: EU-Kommissar Pierre Moscovici zeigt sich überzeugt, dass am Montagabend eine Lösung für Griechenland gefunden wird. Alle wollten den Euro schützen, sagt er.

08.20 Uhr: In den Verhandlungen zwischen Griechenland und den internationalen Gläubigern gibt es nach Ansicht des französischen Finanzministers Michel Sapin Fortschritte. Eine Einigung sei aber nicht möglich, wenn beide Seiten auf ihren Forderungen beharrten, sagt der Politiker im Sender Radio France Internationale.

Hintergrund: Die EU-Kommission bezeichnet die neuen Vorschläge der griechischen Regierung als "gute Grundlage". Es keimt erneut Hoffnung bei den Beobachtern auf einen Durchbruch im Schuldenstreit beim EU-Gipfel. (Reuters, dpa, AFP)

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