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Griechenland Die Bundesregierung verliert die Nerven

Deutschland weist die griechische Regierung brüsk in die Schranken und lehnt den Hilfsantrag ab. Kann Griechenland sich jetzt noch retten? Oder zerfällt unsere Währungsunion? Ein Kommentar.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (li.) mit seinem griechischen Amtskollegen Gianis Varoufakis. Foto: dpa

War’s das mit dem Euro, wie wir ihn kennen? Muss Griechenland jetzt das gemeinsame Geld abgeben? Viel spricht dafür, dass die Währungsunion 16 Jahre nach seiner Einführung erstmals ein Mitglied verliert und zerbricht. Mit seiner ungewöhnlichen harten, unzweideutigen Reaktion hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) nicht viel Spielraum für eine Annäherung gelassen.  Wer sich öffentlich so positioniert, schließt die Tür für Kompromisse. Es wird jetzt nicht mehr leicht, sie wieder zu öffnen. 

Es ist ein riskantes Spiel, das die Bundesregierung gemeinsam mit der Regierung in Athen treibt. Die einen provozieren, die andere lassen sich provozieren. Lange haben Schäuble und vor allem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ausgesprochen besonnen auf die permanenten Rüpeleien der neuen griechischen Regierung unter Führung von Alexis Tsipras reagiert. In der Sache hart, aber im Auftreten zurückhaltend - mit dieser Linie hat Berlin viel durchgesetzt. Jetzt scheint auch die Bundesregierung die Nerven zu verlieren. 

An diesem Freitag kommen die Euro-Finanzminister noch einmal zusammen. Es könnte die letzte Chancen sein, einen historischen Schaden für Europa abzuwenden. Ein Ausscheiden Griechenlands mag ökonomisch für  andere Euroländer einigermaßen verkraftbar sein. Politisch könnte sich der Zerfall der Währungsunion als dramatisch für Europa erweisen und die Kräfte stärken, die die Union sprengen wollen.

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