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BER Flughafen Berlin "Zwei Jahre nur sauber gefegt"

Während es auf dem Flughafen Berlin weiter nur im Schneckentempo vorangeht, hat einer Architekten des BER vor dem Untersuchungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhaus ausgesagt. Dabei nennt er auch Verantwortliche für das Chaos am Flughafen BER.

12.09.2014 17:15
Symbolisch: Ein Vollsperrungsschild am Terminal des Flughafens Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER) in Schönefeld. Foto: dpa

Die Probleme am neuen Hauptstadtflughafen haben aus Sicht seines Architekten Meinhard von Gerkan in erster Linie die Bauherren zu verantworten. "Wir wurden nie gefragt, wir kriegten nur Anweisungen", sagte der 77-Jährige am Freitag mit Blick auf die früheren Geschäftsführer Rainer Schwarz und Manfred Körtgen. Als der Aufsichtsrat nach der Eröffnungsabsage 2012 die Planungsgemeinschaft BBI rauswarf, an der Gerkan beteiligt war, sei das Projekt im Chaos versunken.

Drei Ursachen für Verzögerungen

"Der Flughafen ist zwei Jahre nur sauber gefegt worden", sagte Gerkan am Freitag im Untersuchungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhaus. Es gebe nichts Schlimmeres, als ein eingearbeitetes Team von heute auf morgen vor die Tür zu setzen - "auch wenn es nicht das beste Team der Welt ist", sagte Gerkan im Untersuchungsausschuss zum Flughafendebakel. So ein Rauswurf könne nur zu Chaos führen. Er habe ihn als Demütigung verstanden.

Für den Neubau in Schönefeld gibt es wegen Planungsfehlern, Baumängeln und Technikproblemen noch immer keinen Eröffnungstermin. Gerkan nannte im Wesentlichen drei Ursachen: den Brandschutz, den die groß angelegte Ladenpassage im Terminal ebenso verkompliziert habe wie verschärfte Sicherheitsbestimmungen, zudem Hunderte von Planänderungen in der Bauphase sowie eine mangelhafte Kommunikation mit der Flughafen-Geschäftsführung.

Die Brandschutzanlage sei nur am Computer geplant worden, erläuterte Gerkan. Jedoch seien die Luftströme nur schwer vorherzusagen. "Man muss sie ein halbes Jahr lang ausprobieren. Es ist learning-by-doing."

Der Architekt betonte, bei anderen seiner Flughafen-Projekte seien regelmäßige Beratungen mit den Bauherren üblich gewesen - nicht so in Schönefeld mit Schwarz und Körtgen. Gerkan sprach von wiederkehrenden "Verdurst- und Verhungerstrecken", in denen auf der Baustelle niemand wusste, was passieren sollte. Gerkan sagte, sein Büro habe dagegen zu wenig Widerstand geleistet. "Das ist mit Abstand unser größter Fehler."

Der Aufsichtsrat um Berlins Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) entließ Körtgen im Mai 2012 zeitgleich mit dem Büro Gerkan. Schwarz musste im Januar 2013 gehen.

Gerkans Büro entwarf neben Flughäfen und Stadien in zahlreichen Ländern auch den Flughafen Tegel und den Berliner Hauptbahnhof. Er versicherte: «Ich bin trotzdem guter Hoffnung, dass dieser Flughafen, wenn er fertig ist, ins Herz der Berliner wächst."

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