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Steuer-Betrug Commerzbank als besonderer Sünder

Ausgerechnet die Commerzbank, die mit viel Steuergeld saniert wird, hilft beim Steuerbetrug zu Lasten des Staates. Viel zu spät geht man gegen dubiose Berater und unehrliche Kunden vor. Doch die Commerzbank ist nicht der einzige Sünder. Ein Kommentar.

Schon länger in Schieflage: die Commerzbank. Foto: dpa

Mit der einen Hand hat die Commerzbank das Geld vom deutschen Staat entgegengenommen, mit der anderen beim Betrug an eben diesem Staat geholfen. Es ist schon ein starkes Stück, was die Großbank da liefert. Viel zu spät hat sie die dubiosen Machenschaften ihrer Berater gestoppt und sich von Kunden getrennt, die sich nicht an geltende Gesetze halten mochten.

Zu Recht drängen Kritiker nun darauf, dass die Verantwortlichen in den Führungsetagen dafür die Verantwortung übernehmen oder, falls nötig, zur Rechenschaft gezogen werden. Es ist schwer vorstellbar, dass die Manager von der Beihilfe zu den Gesetzesverstößen durch ihre Leute nichts wussten. Viel hat die Politik erreicht, um Steuerhinterziehern und ihren Helfern das Leben zu erschweren. Selbst die Schweizer Banken sind dabei, ihre jahrzehntelang Geheimniskrämerei aufzugeben.

Jede neue Affäre aber lehrt, wie hartnäckig sich in bestimmten Kreisen der Glaube hält, anders als Arbeitnehmer seien ausgerechnet Kapitalbesitzer berechtigt, ihre Einkünfte ohne Abzüge in voller Höhe für sich zu behalten. Nicht immer sind schärfere Gesetze geeignet im Kampf gegen Verbrechen. In dem Fall aber spricht vieles dafür, dass es ohne größeren Druck nicht gelingen wird, dass der Staat seine Ansprüche auch tatsächlich durchsetzt. Die Commerzbank ist dabei zwar ein besonderer, bei weitem aber nicht der einzige Sünder.

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