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Donald Trump Trumponomics: Hemmungslos Schulden machen

Steuersenkungen, Ausgabenprogramme, Schulden - US-Präsident Trump gießt hemmungslos Öl ins lodernde Feuer der Weltwirtschaft.

Donald Trump in Ohio
US-Präsident Donald Trump in Ohio auf Werbetour für seine Steuerpolitik. Foto: rtr

Das große Experiment mit der Weltwirtschaft kann losgehen. US-Präsident Donald Trump hat angerichtet: Da läuft die größte Volkswirtschaft der Erde auf Hochtouren, setzt im neunten Jahr hintereinander ihren Aufschwung fort und nähert sich der Vollbeschäftigung. Doch die Regierung in Washington fährt eine Haushaltspolitik, als stecke das Land in einer Finanz- und Wirtschaftskrise oder zumindest in einer Rezession. Mit schuldenfinanzierten Steuersenkungen und Ausgabenprogrammen heizt sie die Konjunktur weiter an.

„Es ist sehr gewagt, mehr brennbare Flüssigkeit in ein Feuer zu schütten“, kommentierte Lloyd Blankfein, Chef der US-Investmentbank Goldman Sachs, diese Trumponomics. Besorgt zeigt sich Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds. Die Steuerentlastung für die Unternehmen werde die amerikanische Wirtschaft kurzfristig beflügeln. Mittelfristig seien aber negative Effekte zu erwarten. Denn damit treibe Trump die Verschuldung in die Höhe. Und die US-Notenbank Fed könnte gezwungen sein, die Zinsen schneller anzuheben, so Lagarde.

Nach der Steuerreform brachte Trump im Kongress einen Haushalt mit einem Volumen von 4,4 Billionen Dollar ein. Mehr Geld gibt es für das Militär und die Gesundheitsversorgung der Veteranen. Milliarden sollen in Trumps Lieblingsvorhaben, den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko, fließen. 200 Milliarden sind für das Infrastrukturprogramm vorgesehen, das Amerikas öffentliche Ausstattung modernisieren soll. Trump möchte das durch Kürzungen bei Umwelt und Sozialem gegenfinanzieren. Doch im Kongress zeichnet sich eher ab, dass die Demokraten eigene Ausgabenwünsche obendrauf setzen.

Und so könnten die Vereinigten Staaten ihr laufendes Defizit auf fünf Prozent der Wirtschaftsleistung hochtreiben, womit sie die Drei-Prozent-Grenze des europäischen Stabilitätspakts locker reißen würden. Da schwant selbst den Ratingagenturen Böses. So warnte Moody’s vor wachsendem Druck auf die – sehr hohe – Kreditwürdigkeit der Vereinigten Staaten. Seit der Finanzkrise habe sich die Schuldenquote um 40 Prozentpunkte erhöht. Mit rund 75 Prozent des Bruttoinlandsprodukts bewegt sie sich bereits im historischen Vergleich auf einem ungewöhnlich hohen Niveau. Lediglich am Ende des Zweiten Weltkriegs waren die USA höher verschuldet.

Selbstverständlich kann sich eine ökonomische Supermacht dies leisten. Sie stützt sich auf starke, dynamische Unternehmen, die im digitalen Zeitalter technologisch führend sind und ihre Märkte dominieren. Und sie verschuldet sich in Dollar und damit in heimischer Währung und kann daher fehlendes Geld einfach drucken. Nicht eine Staatspleite droht, wohl aber ein Überhitzen der Konjunktur und ein Comeback der Inflation.

Viele an den Finanzmärkten befürchten ähnlich wie Lagarde, dass Trump die US-Notenbank Fed gegen sich aufbringen könnte. Durch die starke Erholung steigen bereits wieder die Renditen für amerikanische Anleihen, mit denen der Staat sich Geld borgt – in weniger als einem halben Jahr immerhin um ein Drittel. Seit 2015 erhöhte die Fed fünfmal ihre Zinsen. Für dieses Jahr erwarteten die Experten drei weitere Schritte nach oben – bisher.

Trumps Hemmungslosigkeit könnte die Fed aber zwingen, die Geldpolitik noch schneller zu straffen. Denn die zusätzliche Nachfrage mitten im Boom könnte auf die Preise durchschlagen. Damit gerät der neue Fed-Chef Jerome Powell in ein Dilemma. Gerade frisch im Amt und ohne jede Reputation und Erfahrung in der Geldpolitik muss er den Akteuren an den Finanzmärkten beweisen, dass er die Preisstabilität sichern kann. Einerseits. Andererseits wird er kaum direkt zur Begrüßung einen Konflikt mit US-Präsident Trump eingehen wollen.

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