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Dieselskandal Audi zahlt 800 Millionen Euro

Der Autobauer akzeptiert ein Bußgeld wegen Verletzung der Aufsichtspflicht im Dieselskandal. Die Mutter Volkswagen gibt derweil eine Gewinnwarnung heraus.

Audi in der Waschstraße
800 Millionen Euro Bußgeld zahlt Audi in der Dieselaffäre. Foto: rtr

Weil Audi in Europa und den USA knapp fünf Millionen Autos mit einer illegalen Abschaltvorrichtung auf die Straße gebracht hat, muss die Ingolstädter VW-Tochter nun 800 Millionen Euro Bußgeld zahlen. Das hat die gegen Audi ermittelnde Münchner Staatsanwaltschaft nun festgelegt. Audi akzeptiert die Summe und bekennt sich zur Verantwortung, heißt es in einer Stellungnahme des Premiumherstellers. Damit sind die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen Audi als Unternehmen abgeschlossen.

Unberührt davon bleiben aber Ermittlungen gegen 20 Beschuldigte wie Ex-Vorstandschef Rupert Stadler, der immer noch in U-Haft sitzt. Audi wird wegen des Bußgelds 2018 bisherige Gewinnziele „deutlich“ verfehlen, erklärte das Unternehmen. Auch Mutter VW warnt vor einem negativen Einfluss auf das eigene Ergebnis 2018.

Genauer werden weder Audi noch Volkswagen. Die operative Gewinnmarge vor Steuern und Zinsen werde 2018 aber klar unter dem bisherigen Zielkorridor von acht bis zehn Prozent liegen, räumt ein Audi-Sprecher ein. Auf Basis des Jahresüberschusses von 2017 wäre ein Gewinnrückgang von einem Viertel die rechnerische Folge.

Eine Ordnungswidrigkeit

Mit der jetzigen Geldbuße wachsen die Kosten für die Bewältigung der Dieselaffäre allein bei Audi nun auf insgesamt drei Milliarden Euro. Mutterkonzern VW hat bislang rund 20 Milliarden Euro dafür hingeblättert. In Deutschland kommt der Konzern dabei relativ günstig davon. VW hat hierzulande eine Milliarde Euro Bußgeld zahlen müssen. Dazu kommen nun 800 Millionen Euro von Audi.

Die Summe setzt sich aus dem gesetzlichen Höchstbetrag von fünf Millionen Euro für die Ahndung einer Ordnungswidrigkeit und 795 Millionen Euro für die Abschöpfung illegal erzielter Gewinne zusammen. Bußgeldmindernd hat gewirkt, dass Audi durch die Umrüstung betroffener Dieselfahrzeuge und in den USA geleistete Straf- sowie Vergleichszahlungen bereits finanziell zur Ader gelassen wurde.

Auf eine Ordnungswidrigkeit hat die Staatsanwaltschaft erkannt, weil sie in den Praktiken bei Audi eine fahrlässige Aufsichtspflichtverletzung erkennt. Das ist eine relativ niedrige Stufe des Verschuldens. Sie reicht nicht an grobe Pflichtverletzung oder gar einen Straftatbestand heran. Auf fahrlässige Aufsichtspflichtverletzung erkennen die Ermittler, weil sie Audi-Abteilungsleiter aus dem Zulassungsbereich dafür als juristischen Maßstab nehmen, erklärte ein Justizsprecher.

Rein formal gesehen hat sich Audi aus Sicht der Staatsanwaltschaft eine behördliche Zulassung für Dieselfahrzeuge erschlichen, was in die unmittelbare Zuständigkeit des Audi-internen Zulassungsbereichs falle. Diese Festlegung habe aber keinerlei Auswirkung auf laufende Ermittlungen gegen Personen, allen voran den ehemaligen Audi-Chef Rupert Stadler, betonte ein Justizsprecher.

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