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Deutsches Studentenwerk Ohne Bleibe an die Uni

Es fehlen bezahlbare Wohnungen für Studierende. Die Zahl der BAföG-Geförderten ist dieses Jahr auf einen historischen Tiefstand gesunken.

Universität
Viele Studenten finden keinen bezahlbaren Wohnraum. Foto: dpa

Für viele Studenten beginnt das Studium in einem Notquartier, weil sie rechtzeitig zum Semesterbeginn im Winter noch immer keine Wohnung oder ein Zimmer gefunden haben. Die Wohnungsmärkte in vielen Hochschulstädten sind seit Jahren angespannt, es gibt zu wenig bezahlbaren Wohnraum und zudem immer mehr Studenten. Zum Wintersemester 2017/18 sind so viele Studenten wie noch nie eingeschrieben: 2,8 Millionen Menschen – rund 40.000 mehr als im vorigen Jahr und knapp eine Million mehr als noch vor zehn Jahren.

Obwohl die Studentenwerke bundesweit bauen und auch von einigen Bundesländern wie Bayern, Hessen oder Baden-Württemberg mit Förderprogrammen unterstützt werden – es reicht bei weitem nicht. Das gilt besonders für das Viertel von Studierenden, die mit weniger als 700 Euro im Monat auskommen müssen.

Es könne mehr erreicht werden, ist sich Achim Meyer auf der Heyde, Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks (DSW), sicher, „dazu müsste sich der Bund, wie schon in den 1970er und 90er Jahren, wieder an gemeinsamen Wohnheimbauprogrammen von Bund und Ländern beteiligen“. Vertrauen auf den freien Markt schafften die fehlenden Wohnraumkapazitäten für Studierende nicht, sagte Meyer auf der Heyde am Mittwoch bei der DSW-Mitgliederversammlung in Berlin. „Die Wahl des Studienstandortes darf nicht vom Geldbeutel abhängen“, betonte er.

Für Neubau und Sanierung von Wohnheimen fordern die 58 Studentenwerke, die im DSW zusammengeschlossen sind, insgesamt 1,45 Milliarden Euro über einen Bund-Länder-Hochschulsozialpakt in den kommenden vier Jahren. 25.000 zusätzliche, neue, preisgünstige Wohnheimplätze kosten laut DSW insgesamt zwei Milliarden Euro, 800 Millionen Euro sollen gemeinsam von Bund und Ländern kommen. Den Rest wolle man selbst stemmen, hieß es.

Für Studenten sind Wohnheime eine kostengünstige Alternative: Die durchschnittliche Warmmiete liegt bei 241 Euro. Aktuell leben 192.000 Studierende in den rund 1700 Wohnheimen, ein Drittel dieser Plätze ist an ausländische Studierende vermietetet. Die Wartelisten sind lang. Alle anderen müssen sich eine Unterkunft auf dem freien Markt suchen – oder ihre Kontakte nutzen, die Studierende aus dem Ausland meist nicht haben. Im Schnitt liegt die Miete für ein WG-Zimmer bei rund 350 Euro, im München sind es sogar 570 Euro. Zum Vergleich: Die Wohnpauschale beim Bafög liegt aktuell bei 250 Euro im Monat.

BAföG entspricht nicht mehr der Realität

Obwohl so viele Studierende wie noch nie immatrikuliert sind, ist die Zahl der BAföG-Geförderten dieses Jahr mit 18 Prozent auf einen historischen Tiefstand gesunken. Die niedrigste Quote seit den 90er Jahren. Auch die jüngste Bafög-Erhöhung im vergangenen Jahr hat kaum gegriffen. Wie passt das zusammen?

37 Prozent der Studierenden mit niedriger Bildungsherkunft stellen aus Sorge vor Verschuldung erst gar keinen Antrag. Dabei ist das BAföG gerade für sie gedacht, da das Geld ein zinsloses Darlehen und mit 10.000 Euro gedeckelt ist.

Das BAföG entspreche nicht mehr der Lebenswirklichkeit der Studierenden, erklärte der DSW-Präsident Dieter Timmermann. So werde zum Beispiel ein Teilzeitstudium nicht gefördert. „Überall wird das lebenslange Lernen propagiert – aber im BAföG existieren weiterhin Altersgrenzen sowie ein noch aus Vor-Bologna-Zeiten stammender Leistungsnachweis nach vier Semestern“, kritisierte Timmermann. Zudem seien die Bafög-Bedarfssätze und die Elternfreibeträge weiterhin zu niedrig.

Im Jahr 2016 lag der durchschnittliche Förderungsbeitrag bei 464 Euro im Monat, maximal können Studierende 735 Euro erhalten. Im Bundesdurchschnitt haben Studierende 918 Euro zur Verfügung.

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