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Deutsche Post Post blamiert sich mit Anleitung zum Mobben

Ein geheimes Papier einer Post-Filiale teilt unproduktive Mitarbeiter in Typen ein und empfiehlt, "auffällige" Kollegen und "Motzbrüder" gezielt unter Druck zu setzen. Die Firmenzentrale distanziert sich.

29.02.2012 14:49
Post-Mitarbeiter beim Sortieren. Foto: dapd

Die Deutsche Post hat sich von einem internen Papier aus einer Niederlassung distanziert, bei dem es um mangelnde Arbeitsmoral von Postboten und Leistungsdruck geht. Das Papier sei bereits 2009 in einer einzelnen Niederlassung in Nordrhein-Westfalen entstanden, es sei aber nie zu einer Umsetzung oder Maßnahmen entlang der Vorschläge gekommen, sagte Post-Sprecher Dirk Klasen.

Das Magazin „Stern“ zitiert aus dem Papier, in dem „auffällige“ Zusteller, die zu langsam arbeiteten, mit besonderen Maßnahmen unter Druck gesetzt werden sollen.

Was den "Motzbruder" vom "Sozialfall" unterscheidet

"Das Papier entspricht eklatant unseren Grundsätzen des Umgangs mit Mitarbeitern", sagte Klasen. „Davon distanzieren wir uns komplett.“ Der Entwurf sei sofort im Müll gelandet, heißt es, die Überlegungen hätten im Unternehmen auch keine Rolle gespielt.

Nach dem Bericht über den Umgang mit sogenannten „Low-Performern“ werden die Boten in dem Papier in vier Typen eingeteilt: Typ eins arbeitet zuverlässig, aber extrem langsam; Typ zwei sei uneinsichtig und beratungsresistent, kurz: „Motzbrüder“ mit negativer Grundeinstellung“. Bei Typ drei handle es sich um Sozialfälle, die für die Zustellung ungeeignet seien; Typ vier könne wegen seines „hohen Alters“ den Schalter nicht mehr umlegen.

Zur Leistungssteigerung wird empfohlen, an Samstagen, Montags und vor Feiertagen keinen Urlaub zu geben oder Überstunden verfallen zu lassen. (dpa, dapd, jno)

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