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Deutsche Börse Kommunikationspanne?

Die Deutsche Börse könnte wegen einer Pflichtmitteilung zum Fortgang der Ermittlungen wegen möglichen Insiderhandels unter Druck kommen.

Die Deutsche Börse sollte eigentlich aus Kommunikationsfehlern in der Vergangenheit gelernt haben. Schon bei der geplanten und letztlich gescheiterten Fusion mit der London Stock Exchange (LSE) wurde ihr vorgeworfen, schlecht kommuniziert zu haben. Nun könnte auch eine am Dienstag veröffentlichte Pflichtmitteilung zum Fortgang der Ermittlungen wegen möglichen Insiderhandels ein Nachspiel haben.

Die Börse hatte am Dienstag unter der Überschrift „Anhörungsschreiben der Staatsanwaltschaft“ mitgeteilt: „Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat in Aussicht gestellt, im Sinne einer einvernehmlichen Gesamtbeendigung das laufende Ermittlungsverfahren gegen Herrn Kengeter ohne Auflagen ... einzustellen.“ Zur gleichen Zeit würden gegen die Gesellschaft zwei Geldbußen in einer Gesamthöhe von 10,5 Millionen Euro verhängt. Der Konzern prüfe das nun.

Wohl eine verkürzte Darstellung

Das ist Kreisen zufolge aber wohl eine verkürzte Darstellung des Sachverhalts gewesen, denn die Anhörung habe sich allein an die Deutsche Börse AG als juristische Person gerichtet. Die Deutsche Börse wollte einen entsprechenden Bericht der „Wirtschaftswoche“ nicht kommentieren, sagte aber, sie erwäge nicht, die Mitteilung zurückzuziehen. Es sah am Mittwochabend aber danach aus, dass die Finanzaufsicht Bafin sich die Mitteilung noch einmal genauer bezüglich ihres Wahrheitsgehalts anschauen wird. Gegen Carsten Kengeter wird wegen eines Aktiengeschäfts aus dem Dezember 2015 ermittelt, wenige Wochen, bevor die angestrebte Fusion mit der LSE öffentlich gemacht wurde. Der Vorwurf lautet, dass der Manager bereits zu diesem Zeitpunkt entsprechende Gespräche mit der LSE geführt hatte. 

Zudem prüft der „Wirtschaftswoche“ zufolge die Börsenaufsicht in Wiesbaden, ob Kengeter noch als zuverlässig eingestuft werden kann. Die Bafin wiederum prüft, ob die Anteilseigner der ihrer Aufsicht unterliegenden Börsentöchter wie Eurex und Clearstream zuverlässig sind. Im Ernstfall kann die Bafin die Stimmrechte der Börse an deren Töchtern blockieren. Dieser Prozess wird Kreisen zufolge aber noch eine ganze Weile dauern. Kengeters Drei-Jahres-Vertrag, der am 31. März 2018 ausläuft, wurde vom Aufsichtsrat bislang nicht verlängert. 

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