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Deutsche Bahn Lutz offiziell neuer Bahnchef

Richard Lutz tritt offiziell die Nachfolge von Rüdiger Grube als Bahnvorstand an. Seinen alten Posten wird er weiter ausführen.

Deutsche Bahn elects Richard Lutz as new CEO, Berlin, Germany - 22 Mar 2017
Neuer Vorstandschef der Deutschen Bahn: Richard Lutz. Foto: EPA

Alexander Dobrindt macht gleich klar, wer nach wie vor der eigentliche Chef im Haus ist: Bei der Pressekonferenz kurz nach der offiziellen Ernennung von Richard Lutz zum neuen Vorstandsvorsitzenden der Bahn steht der Verkehrsminister in der Mitte des Podiums im 21. Stock der Firmenzentrale in Berlin und spricht mehr als zehn Minuten, bevor sich auch Lutz endlich äußern darf. „Bahnchef ist kein Job wie jeder andere“ – sagt dann der frisch gekürte Vorstandschef und verspricht: „Ich werde den Job zu 150 Prozent machen.“

Zuvor hatte der Aufsichtsrat Lutz wie erwartet gewählt. Er erhielt einen Fünf-Jahres-Vertrag. Der 52-Jährige ist Nachfolger von Rüdiger Grube, der den Staatskonzern im Januar im Streit um die Verlängerung seines Vertrags verlassen hatte. Er wird parallel weiterhin auch für die Finanzen zuständig bleiben.

Der Aufsichtsrat beschloss am Mittwoch zudem die Einrichtung eines neuen Vorstandsressorts Digitalisierung und Technik sowie Güterverkehr und Logistik. Über die Besetzung soll nach Angaben von Dobrindt noch im ersten Halbjahr entschieden werden.

Ein Chef mit Universalerfahrung

Dobrindt sagte, mit dieser Änderung der Strukturen im Vorstand würden die Weichen für die Zukunft der Bahn neu gestellt. Insbesondere der Güterverkehr habe sich bisher „nicht zur vollsten Zufriedenheit entwickelt“, so der CSU-Politiker. Hier sei mehr Dynamik erforderlich. Lutz, der schon seit 1994 bei der Bahn arbeitet, verfüge über „Universalerfahrung“ im Konzern und sei daher die richtige Wahl für den Chefposten.

Der Minister bestätigte, dass die Bahn nach einem Milliardenverlust 2015 im vergangenen Jahr wieder Gewinne erwirtschaftet hat. Die genauen Zahlen will Lutz am Donnerstag vorstellen. Der Aufsichtsrat verlängerte am Mittwoch außerdem vorfristig die Verträge von Personenverkehrs-Vorstand Berthold Huber und Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla um fünf Jahre. Für den Posten des Güterverkehrs-Vorstands ist die Chefin der Berliner Verkehrsbetriebe, Sigrid Nikutta, im Gespräch. Sie hatte bereits in dieser Bahn-Sparte gearbeitet und soll sie dann zusammen mit der internationalen Logistik (Lkw, Schiff, Flugzeug) von Schenker führen, deren Geschäfte weit besser laufen.

Grünen-Verkehrsexperte Matthias Gastel warf Verkehrsminister Dobrindt vor, der CSU-Politiker wolle mit Personalentscheidungen von seiner fehlgeleiteten Verkehrspolitik ablenken. „Es braucht dringend Investitionen ins marode Netz, eine niedrigere Schienenmaut und einen fairen Wettbewerb mit Straßen und Flugverkehr.“ (mit rtr)

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