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Commerzbank Historischer Abstieg

Das Finanzunternehmen Wirecard könnte die Commerzbank aus dem Dax verdrängen.

Commerzbank-Zentrale in Frankfurt
Die Aktie der Commerzbank verliert immer weiter an Wert. Foto: dpa

Der Commerzbank droht der Abstieg aus dem Deutschen Aktienleitindex Dax. Stattdessen könnte das auf den elektronischen Zahlungsverkehr spezialisierte bayerische Unternehmen Wirecard aus dem Tec-Dax in den Dax aufrücken, die Commerzbank würde in den M-Dax abrutschen.

Für Deutschlands viertgrößte Bank – nach der Deutschen Bank, der DZ Bank und der KFW – wäre das ein herber Schlag. Die Notierung im Dax bringt zum einen eine hohe Sichtbarkeit für Investoren und eine große Reputation mit sich. Zum anderen investieren aber beispielsweise auch bestimmte Fonds überhaupt nur in Dax-Werte. Im Dax sind 30 Unternehmen gelistet. Die Commerzbank gehört seit der Einrichtung des Index 1988 immer dazu.

Wirecard hat in den vergangenen Jahren einen fulminanten Aufstieg erlebt. Das 1999 gegründete Unternehmen, das bis 2005 Infogenie AG hieß und 4500 Mitarbeiter beschäftigt, hat inzwischen eine Marktkapitalisierung von 17,7 Milliarden Euro. Anfang 2014 war die Aktie knappe 29 Euro wert, Anfang 2017 dann knappe 42 Euro, seitdem ging es steil und recht stetig bergauf – auf über 143 Euro am gestrigen Donnerstag.

Commerzbank-Aktie schwächelt seit Jahren

Bei der Marktkapitalisierung der frei handelbaren Aktien toppt Wirecard inzwischen zahlreiche Dax-Unternehmen und befindet sich, Stand Ende Juni, auf Platz 24. Auch beim Börsenumsatz der vergangenen zwölf Monate schlägt das Unternehmen aus Aschheim bei München einige Dax-Schwergewichte und liegt momentan auf Platz 25.

Hält das Unternehmen diese Positionen auch noch am Stichtag Ende August, wird es über die sogenannte „Fast-Entry-Regel“ in den Dax einziehen. Die besagt, dass aufgenommen wird, wer es bei Marktkapitalisierung und Börsenumsatz unter die Top 25 schafft. Gehen müsste dann, nach heutigem Stand, das Unternehmen mit der niedrigsten Free-Float-Marktkapitalisierung im Dax. Das ist derzeit die Commerzbank, vor Beiersdorf. Die Börse legt dabei ihrer Rangliste den Durchschnittskurs von 20 Handelstagen zugrunde. Am 5. September wird die Entscheidung publik gemacht.

Die seit Jahren schwächelnde Commerzbank-Aktie hat seit Anfang des Jahres noch einmal mehr als 30 Prozent verloren und notierte am Donnerstag um die 8,70 Euro. Die Nachrichten über den möglichen Dax-Abstieg schockierten die Anleger am Donnerstag aber offensichtlich nicht, die Commerzbank gehörte mit einem Plus von zeitweise mehr als vier Prozent zu den Dax-Gewinnern.

Der Dax-Platz für die Deutsche Bank dagegen ist für diesen Herbst gesetzt, allerdings liegt sie momentan im Euro Stoxx 50 auf einem Abstiegsplatz. Aufgenommen in den Index wird, wer unter die 40 größten Titel der Auswahlliste kommt; wer hinter Platz 60 liegt, fällt heraus. Die Deutsche Bank liegt derzeit auf Platz 61.

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