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CO2-Emissionen EU-Kommission will ein verschärftes Klimaziel

Die EU-Kommission will ein Signal setzen: Die Senkung der Treibhausgase um 45 Prozent. Damit sollen die Anforderungen des Zwei-Grad-Limits erfüllt werden.

Windenergie
Die EU kann das höhere Ziel erreichen, wenn die neuen EU-Beschlüsse zum Ausbau der Öko-Energien und zum Energiesparen umgesetzt werden. Foto: rtr

Das bisherige Klimaziel der Europäischen Union für 2030 reicht nicht aus, um die Anforderungen des Zwei-Grad-Limits zu erfüllen, die der Paris-Klimavertrag vorgibt. Die EU-Kommission will das Ziel nun etwas erhöhen – die CO2-Emissionen sollen um 45 Prozent statt nur 40 Prozent gegenüber dem Basisjahr 1990 abgesenkt werden. Umweltschützern geht das nicht weit genug. Sie halten minus 55 Prozent für notwendig, um in die Paris-Spur zu kommen.

EU-Klimakommissar Miguel Arias Cañete sagte jetzt in Brüssel, er wolle die Frage „demnächst den Mitgliedsstaaten vorlegen“. Der Spanier will dazu im Oktober einen Beschluss der EU-Staaten erreichen. Es wäre auch ein Signal an die nächste UN-Klimakonferenz, die im Dezember im polnischen Kattowitz stattfinden wird. Dort soll Bilanz gezogen werden, in wieweit die bisherigen nationalen CO2-Ziele der Paris-Unterzeichnerländer nachgeschärft werden müssen. Bisher reichen die Selbstverpflichtungen zusammengenommen bestenfalls aus, um die Erderwärmung auf drei Grad zu begrenzen.

Cañete zufolge kann die EU das höhere Ziel erreichen, wenn die neuen EU-Beschlüsse zum Ausbau der Öko-Energien und zum Energiesparen umgesetzt werden. Die Kommission, die EU-Mitgliedsstaaten und das EU-Parlament haben die Ziele in diesen beiden Sektoren im Frühsommer im Konsens angehoben. So soll der Anteil der erneuerbaren Energien am gesamten Bedarf auf 32 statt auf 27 Prozent anwachsen und die Energieeffizienz um 32,5 statt um 30 Prozent steigen. „Auf Grundlage unserer Rechenmodelle würden wir de facto eine Reduzierung der Treibhausgase um 45 Prozent in der EU erreichen“, sagte Cañete.

Der Kommissar sieht die EU damit „in einer starken Position, sich an der politischen Diskussion über ehrgeizigere Ziele bei der anstehenden Weltklimakonferenz in Kattowitz zu beteiligen“. Der Kattowitz-Gipfel ist ein wichtiges Nachfolgetreffen zum Paris-Gipfel von 2015. Damals vereinbarte die Weltgemeinschaft, die globale Erwärmung bei maximal zwei Grad, besser aber bei 1,5 Grad gegenüber vorindustrieller Zeit zu begrenzen, um sonst drohende katastrophale Folgen wie das Abschmelzen des Grönland-Eisschildes oder das Austrocknen des Amazonas-Regenwaldes abzuwenden.

Beim Klimaziel für 2020 – eine CO2-Reduktion um 20 Prozent – ist die EU auf Kurs. Das Ziel wurde vorzeitig erfüllt, so liegen die Emissionen derzeit um 23 Prozent unter denen im Basisjahr 1990. Der frühere Vorreiter Deutschland hingegen wird sein nationales CO2-Ziel von minus 40 Prozent verfehlen, derzeit sind erst minus 27 Prozent erreicht. Für 2030 peilt Berlin indes noch höhere Ziele als die EU an, nämlich ein Minus von 55 Prozent.

„Schärfere EU-Klimaziele bringen nichts“ 

Bei den EU-Verhandlungen zu Ökoenergie und Energieeffizienz im Frühjahr allerdings, die nun den positiven EU-Move vor Kattowitz begründen, hatte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier noch gebremst. In beiden Fällen hatte er nur eine Anhebung auf 30 Prozent befürwortet.

Klimaschützer monieren indes, dass auch ein 45-Prozent-Ziel der EU für die CO2-Reduktion zu wenig sei. Es reiche noch nicht einmal für das Zwei-Grad-Limit, hieß es bei der NGO „Climate Action Network“ (CAN). Nötig sei eine Anhebung auf minus von 55 Prozent.

Der Industrieverband BDI hingegen kommentierte: „Schärfere EU-Klimaziele bringen nichts.“ Alleingänge der EU lehne er ab. Statt über immer ambitioniertere Ziele zu reden, müsse es nun um die Instrumente gehen, mit denen sich die bestehenden Ziele erreichen lassen.

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