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CeBIT 2011: IT-Wirtschaft wächst weiter

Optimismus zum CeBIT-Start: Mobile Datendienste, Tablet-Computer und der große Trend Cloud Computing sollen der deutschen ...

28.02.2011 20:28
Die Türkei ist das Partnerland der CeBit 2011.

Hannover. Optimismus zum CeBIT-Start: Mobile Datendienste, Tablet-Computer und der große Trend Cloud Computing sollen der deutschen IT-Wirtschaft in diesem Jahr einen Schub geben.

Zum Auftakt der weltgrößten Computermesse zeigte sich der Branchenverband Bitkom zuversichtlich, das Geschäft mit Informationstechnik, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik 2011 noch einmal um zwei Prozent ausbauen zu können. Die Unternehmen werden voraussichtlich 145,5 Milliarden Euro umsetzen, sagte Bitkom-Chef August-Wilhelm Scheer am Montag in Hannover. Rund 10 000 neue Stellen könnten entstehen. Zugleich verschärfe sich jedoch der Fachkräftemangel.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) betonte am Montagabend, die wachsende Bedeutung der Internet-Industrie habe sich in den vergangenen Wochen auch durch die Rolle sozialer Netzwerke bei den Umwälzungen in Nordafrika gezeigt. Sie eröffnete die CeBIT zusammen mit dem türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan - die Türkei ist in diesem Jahr Partnerland der CeBIT. Erdogan betonte, sein Land habe weiterhin ein großes Interesse daran, neue Investoren ins Land zu holen. Der IT-Branche komme außerdem eine wichtige Aufgabe bei der weiteren Annäherung der Türkei an die Europäische Union zu.

Zu den Schwerpunkten der bis Samstag dauernden Messe gehört das Cloud Computing, also die Verlagerung von IT-Leistungen aus den Rechenzentren der Unternehmen ins Internet. Hier erwartet der Verband 2011 in Deutschland ein Umsatzwachstum um 55 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro. Bis 2015 sollen es schon 13 Milliarden Euro sein.

Nach plus zwei Prozent im vergangenen Jahr dürfte der deutsche Hightech-Markt abermals in dieser Größenordnung zulegen - ebenso wie 2012 auf dann 148 Milliarden Euro. Hoffnungsträger seien vor allem kleine mobile Rechner, meinte Scheer. So werde sich der Absatz von Tablet-Computern in Deutschland 2011 auf 1,5 Millionen Geräte verdoppeln. «Die Hardware explodiert», sagte der Bitkom-Präsident.

Allein in der Sparte Informationstechnik wird in diesem Jahr in Deutschland ein Plus von 4,3 Prozent erwartet, wobei die stärksten Impulse mit 6 Prozent von der Hardware ausgehen. Bei der Software rechnet der Verband mit etwas geringeren Zuwächsen von 4,5 Prozent, bei Dienstleistungen seien 3,5 Prozent möglich. Scheer wünscht sich eine deutsche Software-Initiative, «damit wir in der Welt nicht nur Konsument sind, sondern die Märkte mitgestalten können».

In der Telekommunikation sind hingegen keine Umsatzsteigerungen mehr zu holen - hier rechnet der Verband angesichts sinkender Preise nur mit 0,3 Prozent Wachstum. Gegen den Trend stemmt sich allein der Verkauf von Handys: Getrieben durch die boomende Nachfrage nach Smartphones mit zahlreichen Computerfunktionen soll der Absatz um 5 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro steigen.

Die Deutsche Telekom und Vodafone brachten das Thema Netzausbau auf die CeBIT. Die Telekom will in diesem Jahr in zehn Städten superschnelle Glasfaser-Leitungen starten und Köln komplett mit dem neuen Mobilfunk-Datenstandard LTE abdecken. Vodafone will LTE-Netze in Berlin, Hamburg und Bremen schalten.

Als Wachstumsbremse empfinden viele Unternehmen den Mangel an qualifizierten Arbeitnehmern. «Die Auftragsbücher sind voll. Aber wir brauchen auch die Arbeitskräfte, um diese Aufträge abzuarbeiten», meinte Bitkom-Präsident Scheer. Dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI) zufolge treibt die Personalknappheit inzwischen etliche Firmen ins Ausland. Jedes fünfte Unternehmen denkt laut einer Umfrage über eine Verlagerung einzelner Bereiche nach. Es gebe zwar immer mehr Informatik-Studenten, dennoch fehlten in Deutschland aktuell etwa 16 500 IT-Spezialisten.

«Viele Unternehmen werden bald kein eigenes Rechenzentrum mehr haben, sondern sich IT-Leistungen quasi aus der Steckdose ziehen», meinte Scheer. Unterdessen ist der digitale Wandel noch lange nicht abgeschlossen: Bislang seien erst 20 bis 25 Prozent der Arbeitsabläufe im Unternehmen digitalisiert, sagte der Chef der Software AG, Karl-Heinz Streibich. (dpa)

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