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Burger King Wie im Wilden Westen

In 91 Burger-King-Filialen werden Arbeitnehmer und ihre Rechte mit Füßen getreten. Die Anteilseigener der Yi-Ko-Holding GmbH zielten allein auf höhere Gewinne durch niedrigere Löhne, heißt es.

Logo der Schnellrestaurant-Kette "Burger King". Foto: Imago

In 91 Burger-King-Filialen werden Arbeitnehmer und ihre Rechte mit Füßen getreten. Die Anteilseigener der Yi-Ko-Holding GmbH zielten allein auf höhere Gewinne durch niedrigere Löhne, heißt es.

In jedem siebten deutschen Burger-King-Restaurant regiert derzeit die Angst. Mitarbeitern, die schweißtreibende neue Uniformen nicht anziehen möchten, sollen gekündigt werden. Tariflich vereinbarte Lohnerhöhungen sind auf Eis gelegt, ebenso  das  Urlaubsgeld. Die Bezahlung der Betriebsräte während ihrer Tätigkeit als Arbeitnehmervertreter bedarf der ausdrücklichen Genehmigung seitens der Geschäftsleitung. All dies geht aus schriftlichen Mitarbeiter-Anweisungen der Geschäftsleitung  der Yi-Ko Holding GmbH hervor, die dieser Zeitung vorliegen.

In den 91 Burger-King-Filialen, die Anfang Mai von Yi-Ko übernommen wurden, scheinen das  Betriebsverfassungsgesetz und höchstrichterliche Urteile  nichts zu gelten (wir berichteten). „Es geht zu wie im Wilden Westen“, sagt Guido Zeitler von der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG). Mitarbeiter der Yi-Ko-Filialen bestätigen dies.

Die Anteilseigener der GmbH, Ergün Yildiz und Alexander Kobolow, zielten allein auf höhere Gewinne durch niedrigere Löhne, heißt es. Wer Betriebsversammlungen besuche, werde mit Entlassung bedroht.  „Ganz offensichtlich versucht Yildiz, die Belegschaft  mit Mafiamethoden einzuschüchtern, bis sie alles widerstandslos hinnimmt“, sagt ein Mitarbeiter, der  nicht genannt werden möchte.  Ein anderer berichtet, er sei körperlich bedroht worden, weil er die Betriebsratsarbeit unterstützt.

Zahl der Betriebsräte steigt

Dem zum Trotz kann von einem Ende der Betriebsratsaktivitäten bisher nicht die Rede sein, im Gegenteil: Gab es Anfang Mai 32 Betriebsräte in den 91 überwiegend in Süd- und Westdeutschland angesiedelten Yi-Ko-Filialen, so ist ihre Zahl mittlerweile auf 38 angestiegen. Die Mitarbeiter, viele von ihnen mit Migrationshintergrund  setzen sich tapfer zur Wehr. „Wir tun alles, um sie zum Weitermachen zu ermutigen, sagt Zeitler. 

Unterdessen unternimmt das Duo Yildiz/Kobolov offenbar alles, um sie davon abzubringen. Man hat den Hamburger Rechtsanwalt Helmut Naujoks beauftragt, sich dem Problem der Arbeitnehmervertretung anzunehmen. Der Jurist ist dafür bekannt, rechtlich unkündbare Mitarbeiter mit beherztem Zugriff doch irgendwie vor die Tür zu setzen.

„Naujoks dient sich Arbeitgebern ganz offen damit  an, er kündige auch die Unkündbaren. Das ist unfassbar“, sagt Zeitler. Naujoks folge einem perfiden Fahrplan. Er versuche stets, zwischen Belegschaften und ihre Betriebsräte   Misstrauen zu säen. Das geht im konkreten Fall so: „Unsere Wirtschaftsprüfer haben festgestellt, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Burger King GmbH  schlimmen Missbrauch betrieben haben“, heißt es auf Aushängen für das Personal. Rechtsanwalt Naujoks stehe bereit, um gegen diese Mitarbeiter vorzugehen. „Bitte haben Sie keine Angst, uns die Wahrheit mitzuteilen.“ Mobbing werde nicht geduldet.

Mitarbeiter: Mobbing ist Alltag

Das nebulöse Geschwurbel ziele allein gegen den Betriebsrat, glaubt Zeitler. Naujoks versuche, die Arbeitnehmervertreter zu Tätern zu stilisieren, die sich angeblich abfällig über Kollegen äußerten. Mobbing sei tatsächlich Alltag bei Burger King, bestätigt ein Mitarbeiter:  „Aber nur durch Yildiz und seine Landsknechte.“

Eine Stellungnahme war bis zum späten Dienmstagnachmittag weder von der Yi-Ko-Holding GmbH noch von der Anwaltskanzlei Naujoks zu erhalten.

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