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Bremen Gasrebellen drehen den Hahn auf

Fast drei Jahre nach ihrer Gründung will die Bremer Energiehaus-Genossenschaft in wenigen Wochen damit beginnen, ihre Mitglieder mit preisgünstigem Gas zu beliefern. Von Eckhard Stengel

Ihr Gas beziehen die Genossen von der Energiebörse. Foto: dpa

Bremen. Das war eine schwere Geburt: Fast drei Jahre nach ihrer Gründung will die Bremer Energiehaus-Genossenschaft in wenigen Wochen damit beginnen, ihre Mitglieder mit preisgünstigem Gas zu beliefern. Das berichtete Vorstandsmitglied Michael Großer der Frankfurter Rundschau.

Die Genossenschaft war im Frühjahr 2006 von sogenannten Gasrebellen gegründet worden, die eine Serie von Tariferhöhungen der privatisierten Bremer Stadtwerke SWB boykottierten und eine eigenständige Gasversorgung aufbauen wollten.

Der mehrfach angekündigte Lieferbeginn scheiterte bisher unter anderem daran, dass laut Großer kein Gaskonzern zu finden war, der die nötigen Zwischenspeicher-Kapazitäten bereitstellen wollte. "Da gab es viele Spielchen und Sperenzien", wirft Großer der Branche vor.

Inzwischen seien aber alle Probleme gelöst, und der Starttermin 2009 "ist jetzt definitiv", versichert der Vorstand. Die Genossen müssten jetzt nur noch ihre Verträge bei der SWB kündigen, wofür eine Sechs-Wochen-Frist gelte. Daher werde das erste Gas wahrscheinlich erst im Februar fließen.

Zunächst werden laut Großer nur die über 900 Genossenschaftsmitglieder in Bremen beliefert. Die 3500 Interessenten aus Niedersachsen müssen sich noch wenige Monate gedulden.

Pro Jahr können die Kunden laut Großer 50 bis 60 Euro gegenüber dem SWB-Tarif einsparen. Sie müssen allerdings 100 Euro Gebühr zahlen, um in die Genossenschaft eintreten zu können und Anteilseigner zu werden. Außerdem werden weitere 100 Euro als verzinste Kaution fällig, "weil wir damit das Gas einkaufen".

So sei die Genossenschaft völlig unabhängig von Banken. "Das ist einmalig in Deutschland", glaubt das Vorstandsmitglied. Die Idee mit der Kaution wurde allerdings aus der Not geboren: Wegen der Finanzkrise hatte die Genossenschaft Probleme, die nötigen Kredite zu bekommen.

Bezogen wird der Brennstoff zum jeweils günstigsten Preis an der Energiebörse - und nicht mehr direkt vom holländischen Nuon-Konzern, wie ursprünglich geplant. "Wir wollen unabhängig sein von großen Unternehmen", sagt Großer.

Bereits im April hatte die Genossenschaft damit begonnen, mit preisgünstigem Strom zu handeln. Sie vermittelt Lieferungen der Firma Trianel an mittlerweile 600 Kunden.

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