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Brand in Textilfabrik Renten für die Kik-Opfer

Mehr als 250 Menschen starben 2012 in Pakistan beim Brand der Fabrik eines Kik-Lieferanten. Nun erhalten Hinterbliebene Geld. NGOs fordern eine Haftungspflicht.

Karachi
Großes Leid und massive Existenzsorgen verursachte das Feuer beim Kik-Zulieferer Ali Enterprises im Jahr 2012. Foto: rtr

Fast fünf Jahre nach dem verheerenden Brand der für Kik produzierenden Textilfabrik Ali Enterprises in Pakistan erhalten Opfer und Hinterbliebene der Katastrophe nun weitere Entschädigungen. Darauf hat sich nach langen Verhandlungen eine Kommission aus Vertretern der pakistanischen Regierung, von Gewerkschaften und Arbeitgebern geeinigt.

Hinterbliebene können demnach - je nach Anzahl der Kinder - mit monatlichen Renten von umgerechnet 55 Euro bis maximal 123 Euro rechnen. Das Geld soll nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), die den Verhandlungsprozess moderiert hatte, möglichst schon im Februar fließen. Dabei gibt es zunächst eine erste Tranche, die die zustehenden Zahlungen rückwirkend von Januar 2017 bis einschließlich August 2018 umfasst. Ab September werden die Summen dann monatlich angewiesen.

Karamat Ali, Geschäftsführer des Pakistan Institute of Labour Education & Research (Piler), nannte die Einigung einen „großen Sieg“. Die Arbeitsrechtsorganisation hattet sich gemeinsam mit der Internationalen Kampagne für saubere Kleidung (CCC) und anderen Akteuren für eine angemessene Entschädigung stark gemacht.

Bei dem Brand der Fabrik in Karachi waren am 11. September 2012 mehr als 250 Menschen ums Leben gekommen, 57 erlitten schwere Verletzungen. Viele der Arbeiterinnen und Arbeiter verbrannten bei lebendigem Leib, da ein Entkommen wegen vergitterter Fenster und versperrter Ausgänge nicht möglich war. Andere sprangen in Panik von den oberen Stockwerken in die Tiefe - viele mit der Folge schwerster Verletzungen und bleibender Behinderungen.

Zu den Hauptkunden von Ali Enterprises zählte der deutsche Textildiscounter Kik. Das Unternehmen der Tengelmann-Gruppe lastete die Fabrik zu mehr als 70 Prozent aus. Kik hatte Ende Dezember 2012 zunächst eine Million Dollar als Soforthilfe in einen Entschädigungsfonds gezahlt. Im Herbst 2016 legte Kik noch einmal freiwillig 5,15 Millionen Dollar für Lohnausfälle, Kosten für medizinische Behandlungen und Renten nach. Die pakistanische Sozialversicherung (Sessi) und die Eigentümer von Ali Enterprises steuerten insgesamt rund 700 000 Dollar für den Entschädigungsfonds bei.

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