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Bombardier oder Alstom Siemens hat die Wahl

Siemens hat bei der Fusion im Zuggeschäft die Wahl zwischen dem kanadischen Konzern Bombardier und der französischen Alstom.

Rhein Ruhr Xpres RRX auf einer Teststrecke.
Siemens steht in seinem Bahngeschäft vor der Wahl zwischen einer Fusion mit Bombardier oder Alstom. Foto: dpa

Siemens steht im Ringen um eine Zukunft der Bahnsparte vor einer wegweisenden Richtungsentscheidung. Binnen weniger Tage will der Münchner Technologiekonzern klären, mit welchem Partner er exklusiv über eine Verschmelzung der Geschäfte mit Eisenbahnen und Signaltechnik in die Endphase der Verhandlungen gehen will, sagt ein Insider. Zur Auswahl stehen der kanadische Konzern Bombardier und die französische Alstom. Offiziell äußert sich keiner der Vertreter. Die Politik ist auf deutscher und französischer Seite eingeweiht und zeigt sich aufgeschlossen. Schwierig bleibt eine Fusion in jeder Variante kartellrechtlich.

Denn westliche Bahnmärkte werden seit Jahren von Siemens, Alstom und Bombardier beherrscht, was Fusionen innerhalb dieser Gruppe kartellrechtlich lange undenkbar gemacht hatte. Vor zwei Jahren sind in China aber zwei Konkurrenten zum weltgrößten Bahntechnikkonzern CRRC verschmolzen. Nun ist CRRC dabei, auch auf westlichen Märkten anzubieten. Das mischt die Karten neu, sagen Siemens und Co.. „Natürlich wird man ein starke Nummer zwei bauen müssen“, hatte Siemens-Chef Joe Kaeser erklärt.

EU-Kartellhüter mit kritischem Blick

Die kann nur durch eine Fusion innerhalb des Trios entstehen, was Kartellhüter auf EU-Ebene weiter kritisch sehen dürften. Im Weltmaßstab sähe eine Beurteilung wohl anders aus. Ein Weltkartellamt gibt es aber nicht, weshalb eine der Fusionen in jedem Fall politischer Schützenhilfe bedürfte.

Am weitesten fortgeschritten sind Gespräche mit Siemens und Bombardier. Angedacht ist die Bildung zweier Gemeinschaftsunternehmen. Das eine bezüglich Signaltechnik würde von Siemens geführt, das andere für Züge von Bombardier. Angesiedelt wären beide in Deutschland.

Im Fall eines Zusammengehens mit Alstom würde Siemens seine Bahngeschäfte bei den Franzosen einbringen und die Mehrheit mit einem rechnerischen Börsenwert von rund sieben Milliarden Euro erhalten. Unter anderem der ICE von Siemens und der TGV von Alstom kämen dann unter ein Dach, was technologische und Prestigefragen aufwerfen könnte. Jedoch hat Siemens mit dieser Variante Erfahrung. Als die Münchner ihr Windkraftgeschäfts mit der spanischen Gamesa verschmolzen haben, ist es bereits so verlaufen.

Eine weitere Hürde bei allen Gedankenspielen sind die Arbeitsplätze und damit Gewerkschaften. Denn bei jeder Kombination würden viele Stellen wegfallen. Allein in Deutschland beschäftigt Alstom 3000 Mitarbeiter, Bombardier gut 8000.

Am besten aus dem Trio stand zuletzt Siemens da. Bombardier ist ein Sanierungsfall, Alstom geht es ein wenig besser. Einem theoretisch möglichen Zusammengehen von Bombardier und Alstom werden in der Branche wenig Chancen eingeräumt. An Siemens vorbei wird in der Bahntechnik deshalb kaum fusioniert. Am meisten könnten die Münchner laut Experten gegenüber Bombardier für sich herausholen, weil der Leidensdruck hier am größten ist. Alstom könne nur eine Drohung gegenüber Bombardier sein, um letzte Verhandlungshindernisse zu überwinden, sagt ein Branchenkenner. Der stabilere Partner wäre dagegen Alstom.

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