Lade Inhalte...

Börsencomeback Varta ist zurück

Die Nachfrage nach der Aktie des Batterieherstellers Varta ist riesig. Das Unternehmen ist erfolgreich mit Akkus für Hörgeräte.

Varta
Die Nachfrage nach Varta ist riesig. Foto: dpa

Der traditionsreiche Batteriehersteller Varta feiert ein fulminantes Comeback an der Börse. Das zeigt vor allem: Die Anleger sind davon überzeugt, dass Batterien eine große Zukunft haben. Wir erläutern, wo elektrische Akkumulatoren künftig gebraucht werden.

Wie hat sich Varta beim Börsengang geschlagen?
So gut wie schon lange kein Debütant mehr. Die Nachfrage nach den Aktien war riesig. Deshalb entschied das Management das Unternehmen knapp eine Woche früher als geplant an die Börse zu bringen. Der Ausgabepreis wurde mit 17,50 Euro am oberen Ende der Zeichnungsspanne festgelegt. Anleger, denen Aktien zugeteilt wurden, konnten sich über heftige Zeichnungsgewinne freuen. Die erste Notierung im Handel an der Frankfurter Börse lag bei 24,25 Euro. Danach sackte der Kurs ab und lag mittags bei 20,40 Euro.

War dieser Erfolg absehbar?
Nicht unbedingt. Varta hat schon vor einem Jahr einen Börsengang gewagt. Er wurde Ende November 2016 wegen zu geringer Nachfrage aber abgeblasen.

Was hat sich seither verändert?
Die Stimmung an der Börse ist generell besser. Aber den Investoren ist auch klar geworden, dass Batterien große Wachstumschancen haben. Die größte Stärke von Varta ist das Geschäft mit winzigen Akkus für Hörgeräte. Die Nachfrage steigt hier angesichts einer alternden Gesellschaft massiv. Zudem werden Hörgeräte kleiner und leistungsfähiger und so attraktiver für Menschen mit Hörschwächen. Als zweites wichtiges Geschäftsfeld nennt das Management „Hearables“ (Kopfhörer). Auch hier herrscht ein Boom, der mit der Verbreitung von Smartphones einhergeht, die besonders junge Leute als Musikabspielgeräte nutzen.

Was geschieht mit dem Erlös des Börsengangs?
Der Börsengang bringt 233,5 Millionen Euro. 83 Millionen gehen an den österreichischen Unternehmer Michael Tojner, der über seine Schweizer Holding Montana Tech bislang Alleineigentümer gewesen war und auch nach dem Börsengang das Sagen haben wird. Sein Anteil liegt nun bei 65 Prozent. 150,5 Millionen Euro fließen in die Kasse des Unternehmens. Mit dem Geld soll in die Produktionskapazitäten in Deutschland investiert werden.

Wo liegen die Zukunftsfelder?
Das Varta-Management selbst spricht zuallererst von Wearables. Also von allen möglichen elektronischen Geräten, die Menschen am Körper tragen. Der wichtigste Bereich sind hierbei Computeruhren, die etwa von Samsung und Apple angeboten werden. Fitnessarmbänder kommen hinzu.

Gibt es weitere Bereiche für die Varta lukrative Geschäfte erwartet?
Einerseits setzt das Unternehmen auf die Digitalisierung. Auch Roboter brauchen Batterien. Ein erst in jüngster Zeit aufgebautes Geschäftsfeld ist andererseits die Speicherung von elektrischer Energie für Eigenheime und gewerbliche Bauten. Hier spielt eine Rolle, dass mit dem geplanten Ausbau von Sonnen- und Windenergie künftig vermehrt Speicherkapazitäten benötigt werden, da Strom nicht immer dann erzeugt wird, wenn er gebraucht wird.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum