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Börse heute Wird Tepco verstaatlicht?

Der Staat soll es in Japan richten: Die Börse spekuliert bereits auf eine Verstaatlichung von Tepco, der Firma, die den Unglücksreaktor in Fukushima betreibt. Das Kernkraftwerk außer Kontrolle lässt Kurse schwanken. Für Siemens gibt es ein moderates Kursplus.

Blick auf die Börse Foto: dpa

Der Staat soll es in Japan richten: Die Börse spekuliert bereits auf eine Verstaatlichung von Tepco, der Firma, die den Unglücksreaktor in Fukushima betreibt. Das Kernkraftwerk außer Kontrolle lässt Kurse schwanken. Für Siemens gibt es ein moderates Kursplus.

Die Regierung könnte die Mehrheit übernehmen und in das Management des Stromkonzerns eingreifen, dem man offenbar die Lösung der Probleme nicht mehr zutraut. Das berichtet eine japanische Zeitung und das hat eine Lawine an Verkaufsordern für die Aktie ausgelöst, so dass das Papier vom Handel ausgesetzt wurde. Die Regierung wies den Bericht allerdings zurück.

Tepco hat weiterhin keine Kontrolle über das Kernkraftwerk, die japanische Regierung beschreibt die Situation als „unvorhersehbar“. Das sorgte an der Börse in Tokio zunächst für deutliche Kursverluste, der Nikkei büßte vor der Mittagspause eineinhalb Prozent ein. Aber nach der Pause kam die wundersame Wandlung, der japanische Index schaffte ein Plus, was aber nicht bis zum Schluss hielt. Denn die Unsicherheit und die Nervosität bleiben weiterhin sehr groß.

Inzwischen sieht man auch globale Auswirkungen der Katastrophe. So warnt ein führender US-Notenbanker vor spürbar geringeren Autoverkäufen. Die globale Lieferkette werde durch die Schäden bei japanischen Herstellern beeinträchtigt. Er hat sich als Beispiel das BMW-Werk im amerikanischen Spartanburg herausgegriffen. Deutsche Hersteller wollen bisher aber noch nichts von Engpässen wissen. An den US-Börsen gaben die Kurse wegen der Sorgen um Japan ebenfalls nach. Der deutsche Markt dürfte nach Ansicht von Bankbrokern aber kaum verändert starten.

Neue Zahlen

Händler müssen eine Reihe von Zahlen wälzen, die Unternehmen aus der zweiten Reihe abliefern, darunter ist der Modekonzern Hugo Boss. Hugo Boss hat ehrgeizige Ziele, will im laufenden Geschäftsjahr neue Rekorde einfahren. Dabei soll China ein wichtiger Wachstumstreiber sein, der Umsatz soll aber auch durch den Aufbau eigener Läden steigen.

Der Spezialpumpenhersteller Pfeiffer Vacuum hat im vergangenen Jahr den höchsten Überschuss in der Unternehmensgeschichte erzielt und stockt die Dividende auf.

Auch Solarunternehmen stehen unter genauer Beobachtung. Der Wahlsieg der Grünen hat dieser Branche beachtliche Kursgewinne verschafft, die aber erst durch überzeugende Geschäftszahlen nachhaltig werden können. Das Solarunternehmen Q-Cells erfüllt die Anforderungen nicht ganz. Der Ausblick auf das kommende Jahr bleibt recht verhalten, da man nur mit einem Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres rechnet. Die Aktien sinken vor Börsenbeginn um drei Prozent. Der Windkraftanlagenbauer Nordex will weiter in Forschung und Entwicklung investieren und das soll über eine Kapitalerhöhung finanziert werden. Diese Kapitalerhöhung sorgt zunächst für negative Reaktionen.
Im Blick auch der Technologieriese Siemens. Siemens macht ernst mit dem Umbau und dem Börsengang der Lichttochter Osram. Die Tochter soll im Herbst an die Börse kommen, wobei Siemens langfristig Ankeraktionär bleiben will. An der Börse rechnet man mit einem moderaten Kursplus.

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