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Black Friday Im Shoppingrausch

Der Handel läutet in dieser Woche mit dem Black Friday und vielen Sonderangeboten das Weihnachtsgeschäft ein. Lohnen sich die Schnäppchen für Verbraucher?

Black Friday
Materialschlacht: der Black Friday 2017 in Brasilien. Foto: rtr

Die Schnäppchen-Woche hat begonnen. Ihren Höhepunkt erreicht sie an diesem Freitag, für den der Handel wieder den Black Friday ausgerufen hat. Das aus den USA importierte Konzept ist inzwischen auch hierzulande fest etabliert. Es handelt sich um den Freitag nach Thanksgiving. Da das US-Erntedankfest stets am letzten Donnerstag im November stattfindet, ist der Freitag ein Brückentag, der traditionell zum Kauf von Weihnachtsgeschenken genutzt wird – mit vielen Schnäppchenangeboten.

In Deutschland starteten die Marketingkampagnen vor gut einem Jahrzehnt. Sie wurden zunächst vor allem von hiesigen Ablegern von US-Firmen getragen. Nach anfänglicher Skepsis sprangen immer mehr einheimische Händler auf. So entstand eine Art Sogwirkung. An den Rabatt-Tagen kommt mittlerweile kaum noch ein Händler – egal ob online oder offline – vorbei. Zumal der Event-Charakter für die Kundschaft immer stärker wird. Es geht darum, Konsumenten zu zusätzlichen Einkäufen zu ermuntern. Das wird im Internet noch durch Countdown-Uhren und die Anzeige von angeblich schrumpfenden Sortimenten verstärkt.

2,4 Milliarden Euro Umsatz am Black Friday

Der Handelsverband HDE geht davon aus, dass am Black Friday und am Cyber Monday, 26. November, hierzulande zusammengerechnet 2,4 Milliarden Euro umgesetzt werden. Das entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Plus von 15 Prozent – mit einer entsprechend steigenden Zahl von Kunden, die bei der Schnäppchenjagd mitmachen. HDE-Geschäftsführer Stefan Genth spricht von einem „wichtigen Impuls im Weihnachtsgeschäft“. Von zunehmend mehr Händlern werde gezielt Aktionsware angeboten.

In vielen Fällen fallen die Verbilligungen allerdings geringer aus, als es zunächst den Anschein hat. Ein Beispiel: Am Montag wurde sowohl bei Amazon als auch beim Rivalen Rakuten als Top-Angebot ein Fernseher von LG mit OLED-Monitor und 139 Zentimeter Bilddiagonale angeboten, und zwar für 1199 Euro. Im regulären Handel, etwa bei der Elektrokette Saturn, ist das Gerät für 1399 Euro zu haben. Der Amazon-/Rakuten-Rabatt beträgt also 15 Prozent. Dabei muss man wissen, dass es sich um ein Auslaufmodell handelt. Kunden können mit etwas Geschick die 1199 Euro wahrscheinlich auch im Fachgeschäft heraushandeln. Denn es ist ein offenes Geheimnis, dass selbst große Handelsketten etwa bei Unterhaltungselektronik in jedem Fall zehn Prozent Nachlass gewähren, wenn der Kunde danach fragt.

Nach einer Auswertung des Verbraucherportals Check 24 lagen im vorigen Jahr die Preise für klassische Weihnachtswaren an den Rabatttagen Ende November auf einem Tiefstand – mit einem Minus von 2,1 Prozent im Vergleich zu Anfang Oktober. Danach kletterten sie bis zum Jahresende um 2,8 Prozent. Die größten Nachlässe mit fast acht Prozent habe es bei Lego-Spielzeug gegeben. Notebooks verbilligten sich um zwei Prozent, um danach wieder auf das vorherige Preisniveau zurückzukehren. Das könnte auf eine Tendenz hindeuten, die schon lange bei Flugtickets gilt: Spätentschlossene müssen mehr bezahlen. Allerdings gab es auch Ausnahmen: Just Fernseher wurden 2017 nach dem Black Friday noch einmal deutlich billiger.

„Auch an den Aktionstagen lohnt sich der Vergleich verschiedener Shops und Anbieter. Denn nicht überall wo Rabatt drauf steht, ist auch einer drin“, so Check-24-Manager Timm Sprenger. Die Experten der Verbraucherzentralen raten denn auch, bei der Schnäppchensuche mindestens zwei Preissuchmaschinen zu nutzen. Und man dürfe sich nicht von vermeintlichen Super-Sonderangeboten täuschen lassen, die mit einem Vergleich zu den unverbindlichen Preisempfehlungen (UVP) des Herstellers werben. Die stellten oft Mondpreise dar, die so vom Einzelhandel überhaupt nie aufgerufen wurden.

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