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Bio-Lebensmittel Alnatura steigt bei Payback ein

Der Umsatz von Alnatura legt kräftig zu. Nun steigt die Kette in den Payback-Verbund ein, auf Kundenwunsch – und um den ökologischen Landbau zu fördern, wie Geschäftsführer Götz Rehn sagt.

Sein Naturkost-Sortiment will Alnatura bald auch in der Schweiz anbieten. Foto: dapd/David Hecker

Der Umsatz von Alnatura legt kräftig zu. Nun steigt die Kette in den Payback-Verbund ein, auf Kundenwunsch – und um den ökologischen Landbau zu fördern, wie Geschäftsführer Götz Rehn sagt.

Der Trend zu Bio-Lebensmitteln ist ungebrochen. In den ersten beiden Quartalen des Geschäftsjahrs 2011/2012 verzeichnete die größte deutsche Biomarkt-Kette Alnatura gegenüber dem Vorjahresergebnis ein Umsatzplus von 13 Prozent auf 263 Millionen Euro. Bis zum Dezember will das Biohandels-Unternehmen aus Bickenbach bei Darmstadt zehn weitere Filialen in Deutschland eröffnen. Die Zahl der Alnatura-Märkte in Deutschland wird damit auf 78, die der Mitarbeiter um rund 200 auf mehr als 1900 steigen. Auch eine Expansion in die Schweiz ist geplant.

Offenbar bremsen weder Eurokrise noch Skandale um gefälschte Bioprodukte die Nachfrage nach ökologisch erzeugten Lebensmitteln. Erst im Dezember war einer der größten Fälschungen von Bio-Produkten bekannt geworden: Rund 700.000 Tonnen konventioneller Lebensmittel waren in Italien als Öko-Produkte etikettiert und EU-weit verkauft worden. Den Umsatz von Alnatura beeinträchtigte der Skandal indes nicht nennenswert. Schließlich zeige der Skandal, dass die im Biolebensmittel-Bereich „beispiellos strengen Kontrollen funktionieren“, so Alnatura-Sprecherin Stefanie Neumann.

Auch die Konkurrenz konventioneller Lebensmittelketten, die vor einigen Jahren Bioartikel in ihr Sortiment aufnahmen, kann dem Fachhandel offenbar nichts anhaben. Im Gegenteil könnten Aldi, Edeka, Rewe und Co. den Fachgeschäften neue Kunden erschließen, so Neumann. Während normale Supermärkte nur ein begrenztes Angebot vorhielten, umfasse das Alnatura-Sortiment 6000 verschiedene Bio-Artikel.

Payback sei Kundenwusch

Um weitere Käuferschichten anzusprechen, steigt Alnatura am 1. Juni zudem ins Payback-Geschäft ein. Die Kooperation mit dem „größtem Bonusprogramm Deutschlands“ entspreche vielfachem Kundenwunsch, heißt es in einer Stellungnahme des Unternehmens. Überdies könne man „Menschen für Bio-Produkte begeistern“, die bisher wenig Interesse an ökologisch erzeugten Lebensmitteln zeigten.

Und das sind eine ganze Menge: Einer Erhebung von TNS-Emnid zufolge verfügen rund 20 Millionen Menschen in Deutschland über eine Payback-Karte, die künftig auch in Alnatura-Läden beim Einkauf Punkte sammeln können.

Geschäftsführer Götz Rehn, der das Biohandelsunternehmen 1984 im südhessischen Bickenbach gegründet hatte, brachte für den Einstieg bei Payback zuvörderst selbstlose Motive vor: „Jeder zusätzliche Bio-Kunde, ob bei uns oder einem anderen Bio-Händler, fördert den ökologischen Landbau und damit die nachhaltigste Form der Landwirtschaft.“

Ganz so altruistisch scheint das Unternehmen freilich nicht immer und überall zu wirtschaften: Erst nach scharfer Kritik der Verdi-Gewerkschaft an Dumpinglöhnen bekannte sich Alnatura vor knapp drei Jahren zu flächendeckender Bezahlung nach Tarif.

Heute gibt es nach Unternehmensangaben zusätzlich Einkaufsgutscheine für die Beschäftigten. Auch werde ein Urlaubsgeld in Höhe von 1200 Euro gezahlt, bei 36 Urlaubstagen für Vollzeitangestellte in der Sechs-Tage-Woche. Zudem erhielten Auszubildende 100 bis 200 Euro mehr pro Monat als im Tarifvertrag vorgeschrieben, versicherte Sprecherin Neumann.

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