Lade Inhalte...

BGH-Urteil Bier darf nicht „bekömmlich“ sein

1. UpdateBrauereien dürfen nicht mit dem Begriff „bekömmlich“ für ihre Biere werben, urteilt der Bundesgerichtshof (BGH).

17.05.2018 12:16
Brauerei Clemens Härle
Gottfried Härle, Geschäftsführer der Brauerei Clemens Härle, zapft ein Glas ungefiltertes Bier. Seine Werbung für den „bekömmlichen“ Trank musste er 2015 stoppen. Foto: Felix Kästle

Brauereien dürfen für ihre Biere mit einer Vielzahl von Eigenschaften wie etwa „süffig“, „herzhaft“ oder „würzig“ werben - nicht aber mit dem Begriff „bekömmlich“. Dies sei eine „gesundheitsbezogene Angabe“, die bei Getränken mit einem Alkoholgehalt von mehr als 1,2 Prozent laut einer EU-Lebensmittelverordnung unzulässig sei, entschied der Bundesgerichtshof (BGH) in einem am Donnerstag verkündeten Urteil.

Damit scheiterte die Allgäuer Härle-Brauerei auch in letzter Instanz. Sie warb seit den 30er Jahren für ihre Biere mit dem Werbeslogan „Wohl bekomm‘s“ und bezeichnete in ihrem Internetauftritt drei Biersorten mit einem Alkoholgehalt von 2,9 bis 5,1 Volumenprozent Alkohol als „bekömmlich“.

Die Vorinstanz nahm an, die Angabe „bekömmlich“ werde von den meisten Verbrauchern im Sinne von „gesund“, „gut zuträglich“ und „leicht verdaulich“ verstanden und weise damit einen Gesundheitsbezug auf. Dies sah der BGH nun auch so.

„Eine gesundheitsbezogene Angabe liegt vor, wenn mit der Angabe eine Verbesserung des Gesundheitszustands dank des Verzehrs eines Lebensmittels versprochen wird“, heißt es im Urteil. Zudem lasse sich der Werbung nicht entnehmen, dass mit dem Begriff „bekömmlich“ nur der Geschmack des Biers beschrieben werden solle. (afp) 

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen