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Bayer-Chef Dekkers geht Ende 2016

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer stellt die Weichen für eine Wechsel an der Konzernspitze. Konzernchef Marijn Dekkers wird das Leverkusener Unternehmen Ende 2016 verlassen.

03.06.2014 16:29
Marijn Dekkers
Bayer-Chef Marijn Dekkers. Foto: Oliver Berg/Archiv Foto: Oliver Berg (dpa)

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer stellt die Weichen für eine Wechsel an der Konzernspitze. Konzernchef Marijn Dekkers wird das Leverkusener Unternehmen Ende 2016 verlassen.

Der Aufsichtsrat verlängerte am Dienstag zwar den Vertrag des 56-jährigen Managers - aber nur um zwei weitere Jahre, wie das Unternehmen mitteilte. Die ungewöhnlich kurze Vertragsdauer sei auf Wunsch von Dekkers gewählt worden, betonte der Konzern. Wer dann sein Nachfolger wird, ist bislang unklar.

Der Manager selbst schrieb in einem Brief an die Mitarbeiter, ausschlaggebend für seine Entscheidung seien ausschließlich familiäre Gründe gewesen. Nach 2016 würden seine Töchter in den Vereinigten Staaten studieren. Er und seine Frau wollten «dann gerne auch viel Zeit in den USA verbringen, um ihnen nah zu sein». Dies sei aber als Vorstandsvorsitzender der Bayer AG nicht möglich. «Die richtige Balance zwischen Beruf und Privatleben war mir immer wichtig, sie ist der Grund, warum ich mich so entschieden habe», betonte Dekkers. Bis Ende 2016 werde er aber weiterhin mit aller Kraft für Bayer tätig sein.

Dekkers steht seit dem 1. Oktober 2010 an der Spitze des Leverkusener Konzerns. Er ist der erste Bayer-Chef, der nicht im Unternehmen selbst Karriere gemacht hatte. Vor seinem Wechsel zu Bayer hatte der gebürtige Niederländer vor allem in den USA gearbeitet - zuletzt als Chef des Laborgeräte-Anbieters Thermo Fisher Scientific.

Erst kürzlich hatte Dekkers für Schlagzeilen gesorgt, als er die mehr als 10 Milliarden Euro teure Übernahme der Sparte für rezeptfreie Arzneien des US-Pharmaunternehmens Merck & Co durch Bayer ankündigte. Es ist die zweitgrößte Akquisition in der Geschichte des Unternehmens. Teurer war nur die noch von seinem Vorgänger Werner Wenning durchgeführte Übernahme des Pharmaherstellers Schering für 17 Milliarden Euro vor acht Jahren. Weltweit rückt Bayer durch den Megacoup auf dem Gebiet rezeptfreier Medikamente auf Rang zwei vor.

Dekkers selbst zog im Mitarbeiterbrief eine positive Zwischenbilanz. Bayer sei heute in führenden Positionen in fast allen relevanten Märkten, «weil wir mehr Innovationen schneller und besser als viel andere auf den Markt gebracht haben». Wenning, inzwischen Aufsichtsratschef, betonte, das Kontrollgremium freue sich, dass Dekkers dem Konzern noch für zwei weitere Jahre zur Verfügung stehe. Unter seiner Leitung habe sich Bayer «sehr positiv» entwickelt.

Um die «personelle Basis für die weitere nachhaltige Unternehmensentwicklung» zu legen, berief der Aufsichtsrat gleichzeitig den bisherigen Finanzvorstand Werner Baumann mit Wirkung zum 1. Oktober zum Vorstand für Strategie und Portfoliomanagement. Neuer Finanzvorstand wird der bisher für das Chinageschäft zuständige Johannes Dietsch. (dpa)

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