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Baukindergeld Richtige Frage, falsche Antwort

Es ist richtig, dass die Politik den Eigenheimerwerb fördert, die Förderung sollte aber zielgerichtet und nicht mit der Gießkanne erfolgen. Unser Kommentar.

Baukindergeld
Das Baukindergeld ist eine sündhaft teure Idee der CSU. Foto: dpa

Der Konflikt um die Flüchtlingspolitik hat ein wenig in Vergessenheit geraten lassen, dass es in diesem Land sehr konkrete Probleme gibt, die dringen einer Lösung bedürfen. Dazu gehört der eklatante Mangel an bezahlbaren Mietwohnungen in den deutschen Ballungsräumen. CDU und CSU glauben, dass sich der Wohnungsmangel vermindern lässt, wenn nur genügend Familien in die Lage versetzt werden, Eigenheime zu erwerben. Dafür hat sich die Union das sündhaft teure Instrument des Baukindergeldes ausgedacht.

Dieser Tage legen die schwarz-roten Koalitionäre die letzten Details des Baukindergeldes fest. So wird debattiert, ob es eine Obergrenze für die Wohnfläche geben soll und wo die liegen könnte. Besser wäre es freilich, wenn die Groko noch einmal in sich gehen und sich fragen würde, ob das Baukindergeld tatsächlich ein sinnvolles Instrument ist. Den Neubau von Wohnraum wird es kaum ankurbeln. Dafür wird es aber die Preise weiter in die Höhe treiben, so wie einst die (inzwischen abgeschaffte) Eigenheimzulage.

Grundsätzlich ist es richtig, dass die Politik den Eigentumserwerb fördert. Wer im Eigenheim lebt, sorgt fürs Alter vor. Nur sollte die Förderung nicht mit der Gießkanne vonstattengehen. Es gibt intelligentere Modelle, etwa die Verminderung der Grunderwerbssteuer oder staatliche Bürgschaftsprogramme, die mit Zinsgarantien einhergehen. Das Baukindergeld ist die falsche Antwort auf die richtige Frage.

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