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Bahn-Tarif GDL bricht Verhandlungen ab

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer erklärt die Tarifverhandlungen mit der Bahn für gescheitert. Die Bahn hat dafür kein Verständnis.

31.01.2011 22:50
Claus Weselsky, Vorsitzender der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer GDL. Foto: dpa

Im Tarifstreit mit der Deutschen Bahn hat die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) die Verhandlungen für gescheitert erklärt. Die Bundestarifkommission der GDL werde am 3. Februar über das weitere Vorgehen entscheiden, teilte die Gewerkschaft am Montag in Frankfurt am Main mit. Die Deutsche Bahn zeigte für den Schritt der GDL kein Verständnis und nannte ihr Verhalten „unangemessen und willkürlich“.

„Die DB hat das völlig unzureichende Angebot, das wir schon im Dezember vergangenen Jahres abgelehnt haben, nicht wesentlich verbessert“, erklärte der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky. Das Angebot beinhalte eine 1,8-prozentige Lohnerhöhung zum 1. März 2011 und zudem zwei Prozent mehr zum 1. Januar 2012 „bei einer ellenlangen Laufzeit von 29 Monaten“.

„Dieses Angebot stellt nichts anderes dar als den Versuch, die GDL in den Abschluss der DB mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) zu zwingen“, kritisierte Weselsky. Der Gewerkschaftschef bemängelte überdies, dass zu dem Arbeitgeberangebot eine Verlängerung der Wochenarbeitszeit um eine Stunde gehöre.

Sehr großen Wert legte die GDL außerdem auf eine tarifvertragliche Absicherung für den Fall, dass ein Lokomotivführer gesundheitsbedingt keine Züge mehr führen darf. Hierbei sei die Deutsche Bahn der GDL „keinen Millimeter“ entgegengekommen, erklärte Weselsky.

Die Deutsche Bahn erklärte am Abend in Berlin, sie habe „keinerlei Verständnis dafür, dass die Gewerkschaft Deutscher Lokführer die Tarifverhandlungen für gescheitert erklärt hat“. Dieses Verhalten entspreche „absolut nicht den Verhandlungsfortschritten, die wir in den letzten Monaten erzielt haben“, erklärte DB-Personalvorstand Ulrich Weber.

So habe die Bahn Gehaltserhöhungen mit einem Gesamtvolumen von fünf Prozent „inklusive einer zweistufigen Einkommenserhöhung plus diverser anderer Verbesserungen“ angeboten. Außerdem habe der Konzern zugesagt, dass die Lokführer der Regio-Töchter künftig unter den DB-Tarifvertrag fallen, und damit einer „Kernforderung der GDL“ entsprochen.

Weber erklärte, sein Unternehmen wolle einen runden Tisch mit allen Beteiligten, die GDL lehne dies aber ab. Die GDL wolle die Bahn „offensichtlich in einen Arbeitskampf hineinziehen, um jeden Preis und ohne Anlass“. „Es drängt sich der Eindruck auf, als ob die GDL die DB bestreiken will, um Druck auf die Wettbewerber auszuüben“, kritisierte der Bahn-Vorstand.

Eigentlich strebt die GDL einen branchenweiten Tarifvertrag an, der für den Staatskonzern genauso wie für dessen Konkurrenten gelten soll. Die Gespräche mit den sechs größten Privatbahnen (G-6) scheiterten allerdings. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hatte sich mit Deutscher Bahn und G-6 hingegen vor rund zwei Wochen auf einen Branchen-Tarifvertrag für den Nahverkehr geeinigt. (afp)

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