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Autobesitzer KfZ-Versicherung wird billiger

Einmal jährlich legen die Versicherer neue KfZ-Regionalklassen fest. Das Ergebnis: 2017 ändert sich für die meisten deutschen Autobesitzer nichts, viele jedoch dürfen sich auch freuen.

31.08.2016 16:42
Timo Koch
Berlin gehört neben Hamburg und München zu den teuersten Städten - auch, was die Regionalklassen angeht. Foto: Imago

Die einen können aufatmen, andere werden stöhnen. Für die meisten Autobesitzer ändert sich allerdings nichts. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft GDV hat die neuen Regionalklassen für das Jahr 2017 vorgelegt. Für 6,3 Millionen Fahrzeughalter ist dies ein Grund zur Freude, ihre Kraftfahrzeugversicherung wird billiger. Für 4,8 Millionen Autobesitzer verteuert sich die Fahrzeugnutzung. Für 28,5 Millionen Autofahrer bleibt alles wie gehabt, ihr Beitrag zur Kfz-Versicherung ändert sich nicht, solange sie keinen Schaden hatten.

Die Höhe der Kfz-Versicherungsprämien hängen von vielen Faktoren ab. Junge Autofahrer zahlen mehr als erfahrene, je länger man unfallfrei unterwegs ist, desto billiger werden Haftpflicht- und Kaskoversicherung. Maßgeblich für die Höhe des Beitrags ist aber auch die Regionalklasse, in der sich das Risiko der Versicherungen in den verschiedenen Regionen Deutschlands bestimmt. Welche Regionalklasse für welchen Autofahrer gilt, richtet sich nach dessen Wohnsitz.

Je öfter es knallt, desto höher fällt sie aus erklärt Stephan Schweda vom GDV: „Es wird nicht überall gleich vorsichtig gefahren. Das heißt, das Risiko in einer Großstadt, möglicherweise einen Unfall zu bauen, ist größer als auf dem Land.“ Der GDV versuche, möglichst dicht an das individuelle Risiko jedes Autofahrers heranzukommen. Auch von häufigen Unwettern geplagte Regionen sind im Nachteil. Wo es oft stürmt, ist die Versicherung teurer.

Ähnlich wie bei den Mieten sind in Großstädten die Versicherungskosten am höchsten. Hamburg, München oder Berlin sind am teuersten in der Regionalklasse. Einfach gesagt: Die hohe Verkehrsdichte der Großstädte birgt ein größeres Unfallrisiko. Aber auch andere Faktoren wie Vandalismus oder Autodiebstahl lassen den Betrag dort steigen. Gerade die Kaskoversicherten der Hauptstadt haben darunter zu leiden. Sie zahlen die höchsten Beträge deutschlandweit. Im benachbarten Brandenburg gibt es hingegen Grund zur Freude, jeder fünfte Autofahrer findet sich dort in der niedrigsten Beitragsstufe. Erfreulich für die Hauptstadt ist immerhin, dass sie nicht mehr die höchste Schadensbilanz aufweist.

Das Bundesland Hessen gibt ein anschauliches Beispiel für die großen regionalen Unterschiede. Offenbach etwa wies in den vergangenen zwölf Monaten Jahr die schlechteste Schadensbilanz bundesweit auf. Zusammen mit der Landeshauptstadt Wiesbaden müssen sie in Hessen am tiefsten in die Tasche greifen. Insgesamt hessische 510.000 Autofahrer, unter anderem die in Fulda, Kassel, Marburg-Biedenkopf und Hanau, müssen in Zukunft mehr zahlen. Für 700.000 Autofahrer, etwa aus Darmstadt, Wetzlar oder dem Main-Kinzig-Kreis, sinken die Beiträge. Neue Regionalklassen gibt es in 12 der 28 hessischen Zulassungsbezirke.

Sehr teuer im Ruhrgebiet

Auch für 2,6 Millionen Autofahrer in Nordrhein-Westfalen ändern sich die Beiträge. Am stärksten spüren dies Fahrzeughalter in Gütersloh. Um gleich zwei Schadensklassen wurden die Prämien hier erhöht. Nur in Wolfsburg, Cloppenburg in Niedersachsen und in den bayrischen Städten Ansbach und Bamberg stiegen die Beiträge im gleichen Maße. Die höchsten Schadensklassenbeträge zahlen die Menschen im Ruhrgebiet, wobei Gelsenkirchen unverändert in der höchsten Klasse eingestuft ist. Die Landeshauptstadt Düsseldorf sowie das benachbarte Köln und Remscheid befinden sich in der zweitteuersten Kategorie.

Norddeutschland weist den größten Kontrast zwischen den Schadensklassen auf. In Hamburg wird am meisten gezahlt, in Schwerin am wenigsten. Die Norddeutschen zahlen tendenziell weniger als die Süddeutschen. So sind in Bayern mehr Autos zugelassen als in den gesamten nördlichen Bundesländern. Im Ost-West-Vergleich zeigt sich, dass ostdeutsche Fahrzeughalter tendenziell weniger zahlen als Westdeutsche. Im Vergleich zum Vorjahr gibt es weniger Regionen, die von einer besseren Schadensklasse profitieren. Am ersten Januar konnte sich noch jeder Fünfte über billigere Versicherungstarife freuen.

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