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Autobauer Der Trend geht zum SUV

SUV und Coupés sind hierzulande Verkaufsschlager. Für die Autobauer könnte das noch teuer werden. Die Verkäufe von Diesel-Modellen sind weiter rückläufig.

Mercedes
Das GLE Coupé von Mercedes kommt als Pseudogeländewagen daher. Foto: dpa

Die Unternehmensberatung PA Consulting hat schon einmal hochgerechnet, dass Volkswagen und BMW das Ziel klar verfehlen werden, wenn sich die aktuellen Trends fortsetzen. Daimler werde dann nur knapp über der Marke bleiben. Auf Volkswagen könnten Strafzahlungen jenseits einer Milliarde Euro zukommen. Für BMW haben die PA-Experten 500 Millionen und für Daimler 200 Millionen hochgerechnet.

Können sich die deutschen Autobauer das leisten? Automobilwissenschaftler Stefan Bratzel von der Fachhochschule Bergisch Gladbach glaubt, dass die Hersteller alles tun werden, um die Strafen zu vermeiden: „Denn das wäre ein enormer Imageverlust.“ Er erwartet, dass die Konzerne vor allem Plug-in-Fahrzeuge – mit Verbrennungs- und Elektromotor – und auch reine Elektroautos „in naher Zukunft massiv in den Markt drücken werden, auch um den Preis von Margenverlusten“. Nur so könnten die Grenzwerte erreicht werden, sofern sich am Kaufverhalten der Kundschaft nichts Grundlegendes ändere. Wovon man momentan ausgehen müsse.

Nur ein geringer Anteil an E-Autos

Bratzel sieht darin eine „gewisse Tragik“. Denn der Diesel sei klimafreundlicher als der Benziner und er sei sauber, „wenn man die vorhandene Technik auch wirklich einsetzt“. Gemeint sind komplexe Abgasreinigungssysteme, die sich laut Bratzel aber nur noch bei größeren Fahrzeugen – also auch bei Coupés und SUV –, aber nicht mehr bei Kleinwagen und Kompakten rentieren. Gleichwohl: Die Autobauer und ihre Lobbyisten werben mit zunehmender Vehemenz für eine Diesel-Renaissance. Doch EY-Experte Fuß ist skeptisch: „Meldungen über Fahrverbote, Rückrufe und die immer wieder aufflackernde Diesel-Affäre sorgen für Verunsicherung, so dass es nicht zu der erhofften Beruhigung der Situation kommt.“

Derweil hat er festgestellt, dass sich bei den Elektrischen und vor allem bei den Plug-ins etwas tut. Bei letzteren habe die Zahl der Zulassungen im Juli um 84 Prozent über dem Vorjahr gelegen. Allerdings geschieht all dies noch auf einem sehr niedrigen Niveau. Die Pkw mit den zwei Antrieben kommen in diesem Jahr bislang auf einen Marktanteil von 3,5 Prozent.

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