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Atom-Debatte Brüderle-Affäre stürzt Industrie-Geschäftsführer

Brüderle will nicht mehr gesagt haben, was bei einer Veranstaltung des Bundesverbands der Deutschen Industrie protokolliert worden ist. Über die Affäre stürzt jetzt nicht der Politiker, sondern Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf.

25.03.2011 13:26
Bayerns ehemaliger Gesundheitsminister und jetzt Ex-Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) (Archivbild) Foto: dapd

Brüderle will nicht mehr gesagt haben, was bei einer Veranstaltung des Bundesverbands der Deutschen Industrie protokolliert worden ist. Über die Affäre stürzt jetzt nicht der Politiker, sondern Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf.

Bei einem Treffen des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) lässt der Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) umstrittene Atom-Sätze fallen. Dass er zitiert werden könnte, blendete er offenbar aus. Doch das Protokoll der Veranstaltung landet bei der Presse - und das kostet jetzt den Hauptgeschäftsführer des BDI, Werner Schnappauf, den Job.

„Ich übernehme die politische Verantwortung für die Folgen einer Indiskretion, an der ich persönlich nicht beteiligt war“, erklärte Schnappauf am Freitag in Berlin. Er wolle damit „möglichen Schaden für das Verhältnis von Wirtschaft und Politik“ abwenden.

BDI-Präsident Hans-Peter Keitel betonte: „Ich zolle Werner Schnappauf hohen Respekt für seine Entscheidung und danke ihm ausdrücklich für die seit November 2007 geleistete vertrauensvolle und erfolgreiche Arbeit.“

Brüderle soll am 14. März - dem Tag, als Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) das Atommoratorium verkündete - auf einer Vorstands- und Präsidiumssitzung des BDI die vorübergehende Abschaltung älterer Atomkraftwerke mit dem Wahlkampf in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz begründet haben. Dies berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ unter Berufung auf das Sitzungsprotokoll des BDI. Der Verband wies die Angaben im Protokoll als fehlerhaft zurück. Am Freitag bekräftigte allerdings ein BDI-Präsidiumsmitglied in der „SZ“, die Sätze Brüderles seien „zwar verkürzt, aber richtig“ wiedergeben worden.

Der frühere CSU-Politiker und bayerische Umweltminister Schnappauf war seit November 2007 Geschäftsführer des BDI. Die Aufgaben Schnappaufs sollen bis auf weiteres die Mitglieder der Hauptgeschäftsführung des BDI Dieter Schweer und Stefan Mair übernehmen. (dpa/dapd/afp)

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