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Kundgebungen zum Tag der Arbeit Wofür am 1. Mai gekämpft wird

Der DGB stellt Versprechen der Großen Koalition in den Mittelpunkt der Mai-Kundgebungen. Linke Gruppen gehen in Berlin schon am Vorabend des 1. Mai auf die Straße - gegen Mietwucher und Verdrängung.

30.04.2018 23:25
Mai-Demo in Berlin
Eine Demonstration linker Gruppen am Vorabend des 1. Mai stand unter dem Motto "Antikapitalistische Demonstration: Widerständig und solidarisch im Alltag - Organize!" Foto: -Zdpa

Die diesjährigen DGB-Kundgebungen zum Tag der Arbeit am 1. Mai stehen ganz im Zeichen der von der großen Koalition versprochenen Verbesserungen für Arbeitnehmer.

Der DGB fordert von der Regierung, das angekündigte Gesetz zum Recht auf befristete Teilzeitarbeit rasch umzusetzen. Auch die geplante Eindämmung der sachgrundlosen Befristung und die in Aussicht gestellten Hilfen für Langzeitarbeitslose müssten kommen. Die SPD fordert in ihrem Aufruf, mit den Mai-Kundgebungen gegen die „Hetzer von rechts“ zu demonstrieren.

Auf der zentralen Kundgebung des Gewerkschaftsbundes in Nürnberg (12 Uhr) wird DGB-Chef Reiner Hoffmann sprechen. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) wird in Halle (11 Uhr) auftreten.

Mai-Kundgebungen in Hessen

Am Tag der Arbeit rufen die Gewerkschaften auch in Hessen zu zahlreichen Kundgebungen auf. Die zentrale Veranstaltung für das Land ist am Dienstag in Darmstadt (10 Uhr). Der DGB-Chef für Hessen-Thüringen, Michael Rudolph, wird dabei zum ersten Mal als Vorsitzender auf einer Kundgebung zum 1. Mai reden. Er war erst im Dezember gewählt worden. Der IG Metall-Bundesvorsitzende Jörg Hofmann spricht bei einer Kundgebung auf dem Königsplatz in Kassel (10.30 Uhr).

Hessens SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel tritt in seiner Heimatstadt Gießen (11 Uhr) auf. Vor einem Jahr zählte der DGB bei seinen Veranstaltungen zum Tag der Arbeit im Bezirk Hessen-Thüringen knapp 30.000 Teilnehmer.

Der Tag der Arbeit hat in diesem Jahr das Motto „Solidarität, Vielfalt, Gerechtigkeit“. Der Kampf für menschliche Arbeitsbedingungen und faire Tarifverträge in Zeiten der Digitalisierung sowie die Forderung nach deutlich höheren Löhnen und Gehältern stehen laut DGB im Mittelpunkt.

Demo gegen Mietwucher und Gentrifizierung

In Berlin-Wedding haben am Vorabend des 1. Mai linke Gruppen gegen steigende Mieten und Verdrängung protestiert. Der Zug mit rund 2000 Teilnehmern wurde am Montagabend von der Polizei begleitet. Sprechchöre gegen den Staat und Kapitalismus waren zu hören.

Gezeigt wurden auch Fahnen von Nachfolgeorganisationen der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei. Sie seien nicht verboten, sagte ein Polizeisprecher. Am Rande des Protestzugs unter dem Motto „Antikapitalistische Demonstration: Widerständig und solidarisch im Alltag – Organize“ kam es zu Provokationen. Gezeigt wurden Symbole gegen Kurden.

Bei der Demonstration gab es in den vergangenen Jahren zwar wiederholt eine teils aggressive Stimmung. Die Polizei konnte Krawalle aber weitgehend verhindern.

Am Montagabend waren in der Hauptstadt rund 1700 Beamte im Einsatz, um einen friedlichen Verlauf der zahlreichen Mai-Feiern sichern. Bei sonnigem Wetter wollten Tausende im Freien in den Mai-Feiertag hinein feiern.

CDU sagt Kundgebung gegen linksradikale Gewalt ab

Ohne Anmeldung bei den Behörden wollen linke Aktivisten am Dienstag um 18 Uhr ihre traditionelle sogenannte Revolutionäre Demonstration zum 1. Mai in Berlin-Kreuzberg starten. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot im Einsatz und sieht sich gut aufgestellt. Tagsüber sind wie bereits in den Vorjahren Straßen- und Parkfeste geplant. Die CDU sagte eine angesetzte Kundgebung gegen linksradikale Gewalt zuletzt wieder ab.

In der Vergangenheit war es bei Demonstrationen rund um den 1. Mai immer wieder zu Ausschreitungen in Berlin und auch in Hamburg gekommen. In den vergangenen Jahren verliefen die Proteste jedoch weitgehend friedlich. Gleichwohl gilt in diesem Jahr die Stimmung wegen der türkischen Militäroffensive in Nordsyrien als aufgeheizt. Seit Wochen sind die Behörden daher mit kurdischen Verbänden und Vereinen im Gespräch, um einen friedlichen 1. Mai zu gewährleisten. (afp/dpa)

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