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Forum Entwicklung Hauptsache nicht nur billig

Billige Kleidung - um jeden Preis? Beim Forum Entwicklung von FR, GIZ und HR Info fordern Experten und auch die Textil-Discounter KiK gesetzliche Sorgfaltspflichten für Textilhändler.

Forum Entwicklung
Das Podium: Sabine Ferenschild, Ansgar Lohmann, Tobias Schwab (Moderator), Inez Bjørg David und Jochen Weikert. Foto: Renate Hoyer

Die GIZ betrachtet es als Ziel, Bangladesch dabei zu helfen, die sozialen und ökologischen Standards selbst kontrollieren zu können. Die Entwicklungshilfe-Agentur hat 500 Opfer von Rana Plaza beim Wiedereinstieg ins Berufsleben unterstützt, sie führt Schulungen für Arbeiterinnen und Arbeiter durch, klärt sie über ihre Arbeitsrechte auf. Die Probleme seien zwar längst noch nicht komplett gelöst, doch die Fortschritte bemerkenswert, meint Weikert. Und: „Wenn es richtig läuft, kann das der Ausgangspunkt für eine insgesamt sehr gute Entwicklung sein.“ Der GIZ-Mann verwies auf das Beispiel Chinas, wo der Textilsektor ebenfalls der Kern des ökonomischen Aufschwungs gewesen sei.

Eine ganz andere Perspektive auf das Problemfeld steuerte in der Frankfurter Diskussion die Schauspielerin Inez Bjørg David bei. Die junge Frau und Mutter, die    in Serien wie „Verbotene Liebe“ oder dem Tatort reüssierte, ist auch Botschafterin der Nachhaltigkeitsstiftung „World Future Council“ und Ex- Besitzerin eines Onlineshops für Ökomode in Berlin. Aus eigener Erfahrung weiß sie, dass die kleinen Nachhaltigkeitslabels zwar wichtige Trendsetter sein können. „Aber wenn wir wollen, dass sich etwas verändert, dann kommt es auf die Großen an“, sagte David – von KiK bis Hugo Boss, von Billig- bis Premiumanbieter, die alle in denselben Fabriken nähen ließen.

David mahnte statt freiwilliger Aktionen wie beim zäh veranschreitenden Textilbündnis verbindliche Vorschriften an, die Standards für faire und ökologische Produktion festlegen. Eine Forderung, der sogar KiK-Manger Lohman etwas abgewinnen konnte. Er sprach sich für „gesetzliche Regelungen“ aus, die für alle Textilanbieter gelten sollten. Es gebe sonst zu viele „Trittbrettfahrer“, die sich nicht engagierten.

Bei David blieben trotzdem Zweifel. Dass die Billigheimer trotz Dumping-Preisen von fünf Euro für ein Hemd oder 9,99 Euro für eine Jeans wirklich nachhaltig produzieren können, wollte sie nicht so recht glauben. „Es ist doch so: Wenn ich für wenig Geld ein T-Shirt kaufe, hat irgendwo jemand zu wenig zum Leben.“

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Forum Entwicklung

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