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Digitalisierung Die Arbeitswelt 4.0 macht vielen Angst

Das Bundesbildungsministerium fragte nach, wie die Digitalisierung die Jobs verändern wird. Es zeigt sich, dass die Sorgen der Menschen vor den Veränderungen größer sind als die Hoffnungen auf neue Chancen.

Werkzeug und Kabel
Vergangenheit und Zukunft. Das Berufsleben wird digitalisiert. Foto: iStock/fr-grafik

Die Geschwindigkeit der Digitalisierung fördert Abstiegsängste in der Bevölkerung. 81 Prozent der Menschen in Deutschland befürchten, dass durch die technologische Entwicklung immer mehr Menschen beruflich abgehängt werden. 84 Prozent glauben, dass durch die Digitalisierung in Zukunft die Gehaltsunterschiede zunehmen werden. Das geht aus einer Umfrage hervor, die das Bundesministerium für Bildung und Forschung beim Meinungsforschungsinstitut Kantar Emnid in Auftrag gegeben hat und deren Ergebnisse der Frankfurter Rundschau vorliegen.

Die Frage, wie die Digitalisierung die Arbeitswelt verändert, treibt die Menschen im Land um. Dabei wird es auch mehr und mehr zum Wahlkampfthema, wie die Politik mit diesen Veränderungen umgehen sollte. Während die SPD die Einführung eines Arbeitslosengeldes Q fordert, mit dem den Menschen Qualifizierungen ermöglicht werden sollen, warnt die Union, ein solches Projekt lade zur Frühverrentung ein. Sie will lieber auf Fortbildung in den Betrieben setzen, damit die Menschen ihren Job gar nicht erst verlören.

Klar ist: Die Menschen schauen mit gemischten Gefühlen auf die Zukunft der Arbeit – mit einer Tendenz zur negativen Sicht. Laut der Umfrage, für die mehr als 1000 persönliche Interviews geführt wurden, glauben drei Viertel der Deutschen, dass sich unsere Arbeitswelt bis zum Jahr 2030 aufgrund von Digitalisierung und technischem Fortschritt spürbar verändern wird. Rund 42 Prozent erwarten eher negative Veränderungen, 33 Prozent eher positive. Jugendliche zwischen 14 und 19 Jahren glauben signifikant häufiger, dass es eine spürbare Veränderung geben wird, und blicken dabei insgesamt optimistischer auf die Entwicklung.

Nehmen uns die Roboter also die Arbeitsplätze weg? Oder nehmen sie uns monotone Aufgaben ab? Die Deutschen glauben, dass beides passieren wird. Fast 60 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass durch die Veränderungen mehr Jobs verloren gehen als geschaffen werden. 80 Prozent denken, dass 2030 ein Großteil der Routine-Aufgaben nicht mehr von Menschen, sondern von Maschinen oder Computerprogrammen übernommen wird. Mit 52 Prozent der Befragten meint eine knappe Mehrheit, dass auch viele kreative Aufgaben dann von Maschinen oder Computerprogrammen übernommen würden.

Zudem erwarten viele, dass sich die Struktur der Arbeitswelt grundlegend ändern wird. Sechs von zehn Deutschen halten es für gut möglich, dass 2030 die Mehrheit der Menschen nicht mehr als klassische Angestellte arbeitet, sondern wie selbständige Unternehmer für ganz unterschiedliche Auftraggeber. Dies werde mit einer zusätzlichen Flexibilität einhergehen, glauben die Befragten. So werde ein Großteil der arbeitenden Bevölkerung im Jahr 2030 von zu Hause aus oder von einem anderen Ort seiner Wahl aus arbeiten, vermuten 58 Prozent. Neun von zehn der Befragten sehen es als unerlässlich für den beruflichen Erfolg an, sich fortwährend weiterzubilden.

„Wir stehen vor einer großen Transformation“, sagt Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU). Die Menschen merkten bereits jeden Tag, wie die Digitalisierung die Arbeitswelt ebenso wie den privaten Alltag verändere. „Deutschland hat die besten Voraussetzungen, die Möglichkeiten der Digitalisierung für sich zu nutzen und den Wandel vorteilhaft zu gestalten“, sagte die Ministerin.

Darüber will sie bei einem Bürgerdialog am 29. März 2017 in Berlin diskutieren, für den sich Interessierte unter www.zukunft-verstehen.de registrieren können. Zudem mache das Ministerium die Zukunft der Arbeit zum Thema des Wissenschaftsjahres 2018, sagte Wanka.

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