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Apple iPhone X begeistert nur mäßig

Apples neues Smartphone ist da. Die Präsentation holpert - und die ersten Urteile über das iPhone X fallen bestenfalls gemischt aus.

Apple Holds Product Launch Event At New Campus In Cupertino
iPhone 8, iPhone X und iPhone 8S (von links). Foto: afp

Konnte Apple mit seiner Präsentation der jüngsten Innovationen begeistern?
Der Technologiekonzern hat die Erwartungen erfüllt – allerdings auch nicht mehr. Das iPhone X bietet zahlreiche Innovationen, die allerdings zum Teil Wettberber schon früher einführten. Neu für Apple-Fans ist die Gesichtserkennung, die   den Fingerabdruck-Scanner zur Entsperrung der Telefone und beim Bezahlsystem Apple-Pay ersetzen soll. Ein beinah randloser OLED-Bildschirm soll die Anschauung weiter verbessern. Auch die kabellose Aufladung zielt darauf, den Komfort zu steigern. Die aktuelle Serie 3 der Apple Watch bekommt einen eigenen Mobilfunkmodus, um die Geräte unabhängiger vom Handy zu machen.

Wie reagierten die Anleger an den Aktienmärkten?
Eher verhalten. Gegen den Trend verlor die Apple-Aktie nach der Präsentation des neuen Flaggschiffs leicht. Im nachbörslichen Handel legte sie aber wieder leicht zu. Der US-Konzern ist Opfer des eigenen Erfolgs. Innerhalb der vergangenen zwölf Monate war der Kurs um die Hälfte gestiegen. Doch die Sorge wächst über die Abhängigkeit von einem Produkt, dem iPhone. Zwar wächst das Dienstleistungsgeschäft schnell. Aber noch stammen fast zwei Drittel des Umsatzes von einem Produkt.

Was heißt dies für die Börsen insgesamt?
Der Einfluss von Apple auf den Gesamtmarkt ist enorm. Nicht nur ist das Unternehmen mit Abstand das wertvollste Unternehmen an der US-Börse. Es gibt auch meist die Richtung für die Technologieaktien vor. Aktuell aber überwog bei den Händlern die Erleichterung über den vergleichsweise geringen  Schaden der Stürme in den USA die Ernüchterung über Apple. Der breit gefasste Index S&P 500 stieg noch einmal leicht und erreichte mit knapp 2500 Punkten das nächste Rekordhoch.

Was stört die Börsianer an dem neuen iPhone?
Apple-Boss Tim Cook muss die Weltöffentlichkeit vor allem davon überzeugen, dass Apples Gesichtserkennung Face ID sicherer arbeitet als die Modelle der Konkurrenz und sich schwerer austricksen lässt oder am besten gar nicht. Doch die erste Präsentation verlief eher holprig. Dennoch trauen Experten Apple zu, das besonders in China schon weit verbreitete Verfahren auf ein höheres technologisches Niveau  zu heben. Negativ überraschte dagegen, dass der Verkaufsstart erst für den 6. November vorgesehen ist. Schwierigkeiten in der Produktion machten eine Verschiebung erforderlich.

Und wie sicher ist die Gesichtserkennung?
Die ersten Erfahrungen mit dieser Technologie stärken nicht gerade das Vertrauen. So gelang es Fachleuten, beim Samsung Galaxy S 8 das Verfahren auszutricksen. Auch zeigten sich besondere Probleme bei der Identifikation von asiatischen und schwarzen  Gesichtern. Apple hat einiges in die Sicherheit investiert und die Alltagstauglichkeit nach eigenen Angaben umfangreich getestet. Dennoch warten Hacker nur darauf, dass die ersten Modelle in die Läden kommen. Dann werden sie alles daran setzen, eine Schwachstelle in dem Vorzeigeprodukt der selbstbewussten US-Amerikaner zu finden.

Was kostet der Spaß eigentlich?
Auch der Preis nährt Zweifel, ob Apple damit seine kommerziellen Erfolge fortsetzen kann. Selbst das ebenfalls präsentierte iPhone 8 überschreitet in der Luxusvariante die Schwelle von 1000 Euro. Mit seinem  Topmodell aber  schreitet  Apple in  die nächste Dimension. Das iPhone X fängt bei 1149 Euro. Die Version mit mehr Speicher kostet 1319 Euro. Fraglich ist, wie viel Kunden das mitmachen werden. Die meisten technischen Fortschritte bietet auch die Konkurrenz, meist aber deutlich billiger. 

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