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Apple Der Billionenkult um Apple

Apple knackt beim Börsenwert eine magische Marke. Doch der rasante Aufstieg macht Ökonomen auch Sorgen.

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Apple ist eine Billion Dollar wert. Foto: rtr

Apple hat es geschafft. Nachdem die Aktie am Donnerstag in den Vereinigten Staaten auf 207 Dollar gestiegen war, ist das Unternehmen eine Billion Dollar wert. Damit ist Apple das größte Unternehmen der Welt und wohl die teuerste Aktiengesellschaft, die je existiert hat. Aktionäre jubeln, und Marketingexperten preisen die genialen Produkte, denen Apple seinen Erfolg verdankt. Immer mehr Ökonomen fragen sich allerdings, ob der Aufstieg derartiger Superstar-Firmen gut für die Wirtschaft ist.

Vor 40 Jahren kam Apple in einer Garage im kalifornischen Silicon Valley auf die Welt. Firmengründer Steve Jobs verließ das Unternehmen im Streit 1985, zwölf Jahre später stand Apple vor dem Bankrott. Jobs kehrte zurück, reduzierte radikal die Produktpalette, entließ einen großen Teil der Belegschaft und brachte in den Folgejahren Verkaufsschlager wie den iMac, den iPod, das iPad auf den Markt – und vor allem das iPhone, das noch heute den Umsatz trägt. Mit dem Smartphone und seinem Touchscreen, dem eingebauten Musik-Player, dem Webbrowser und Email-Client begann eine neue Zeit, die eine ganze App-Industrie gebar. Seit 2007 sind 1,4 Milliarden iPhones verkauft worden. 

Apple ist eine gigantische Profitmaschine

Unter Jobs kombinierte Apple innovative Produkte, eine ausgefeilte Marketing- und Vertriebsstrategie mit der Auslagerung der Produktion in Billiglohnländer. Als er 2011 starb, war Apple an der Börse mit 350 Milliarden Dollar bewertet, heute sind es fast dreimal so viel. Hauptgrund: Apple ist eine gigantische Profitmaschine. Allein zwischen April und Juni verdiente sie elf Milliarden Dollar, fast ein Drittel mehr als vor einem Jahr. Je Mitarbeiter machten die Kalifornier 2017 mehr als 500.000 Dollar Gewinn. Hierzulande kommt eine Firma wie BMW auf gerade mal 95.000 Dollar. Relativ geringe Kosten machen Apple extrem profitabel: Von jedem eingenommenen Dollar blieben zuletzt knapp 27 Cent als Gewinn hängen. Von solchen Margen träumt die Aktienwelt.

In die Höhe gehebelt werden die Gewinne von Apple auch durch seine Steuervermeidungsstrategie, die die EU-Kommission erbost. „Der Hauptgrund, warum Apple als erstes Unternehmen eine Marktkapitalisierung von einer Billion erreicht hat, ist, dass es fast keine Unternehmenssteuer zahlt“, schimpfte der belgische Ökonom Paul de Grauwe via Twitter. „Apples Aktionäre sollten sich für ihren Reichtum bei den Regierungen bedanken.“

Aber nicht nur die Regierungen, auch Apple selbst füttert seine Aktionäre. Diverse Dividendenrunden und Aktienrückkaufprogramme ließ sich der Konzern allein in den letzten sechs Jahren 275 Milliarden Dollar kosten. Und es wird noch mehr: Durch die neue US-Steuersenkung wird der Konzern einen Teil seines gigantischen Auslandsvermögens von über 250 Milliarden Dollar wohl in die USA transferieren, um dort weitere Papiere zurückzukaufen und so den Kurs zu stützen.

Der Aufstieg von Apple spiegelt eine breitere Entwicklung wider, die Ökonomen zunehmend Sorgen macht: die Konzentration von wirtschaftlicher Macht. In den Siebzigerjahren erzielten 109 Unternehmen 50 Prozent der Gesamtgewinne aller US-Aktiengesellschaften, errechnet eine Studie der Universitäten Arizona und Ohio. Heute sind es nur noch 30 Konzerne, die die Hälfte des Gewinns einstreichen. „Eine kleine Gruppe von Riesenunternehmen dominiert die Wirtschaft der Vereinigten Staaten“, schreibt Matt Phillips in der „New York Times“. 

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