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Aktien Firmen geizen mit Dividenden

Anlegerschützer kritisieren die sparsamen Ausschüttungspraktiken in Deutschland.

Nicht ganz so geizig: Siemens. Foto: picture-alliance/ ZB

Deutsche Unternehmen sparen trotz teils hoher Gewinne an ihren Aktionären. Mehr als 60 Prozent der im Leitindex Dax gelisteten Firmen schütten dieses Jahr weniger als die Hälfte ihres Gewinns an ihre Anteilseigner aus. In anderen Indizes wie dem TecDax und dem SDax sieht es nicht besser aus. Das ist ein Ergebnis der „Dividendenstudie 2014“, die die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) gemeinsam mit der FOM Hochschule jährlich durchführt.

Die DSW kritisiert dieses Verhalten der Unternehmen seit langem und fordert eine Ausschüttungsquote von mindestens 50 Prozent des Gewinns – im MDax wird das immerhin fast erreicht. „Der Aktionär sollte für das Risiko, das er trägt, auch entlohnt werden“, sagte Jürgen Kurz von der DSW. Es sei ja schön für den Vorstand, wenn er „ein Gewinnpolster hat, um sich draufzulegen“. Es sei aber nicht die Aufgabe eines Unternehmens, Gelder zu horten.

In Deutschland neigten die Firmen dazu, in schlechten Zeiten gleich die Dividende zu kappen, so Kurz. Widerstand von Aktionären gibt es gegen diese Praxis kaum. Sogenannte Dividenden-Aristokraten – das sind Firmen, die über 20 Jahre hinweg die Ausschüttung an ihre Aktionäre jedes Jahr erhöht haben – gibt es in Deutschland daher keine. In den USA dagegen, wo Aktionäre mehr Druck ausüben, können das 15 Prozent der seit mehr als 20 Jahren im bedeutenden S&P 500 gelisteten Firmen über sich sagen.

Hierzulande gibt es mit Henkel, Munich Re und Siemens, aber immerhin drei Unternehmen, die ihre Dividende in diesem Zeitraum zumindest nie gesenkt haben. Für die vergangenen zehn Jahre lässt sich sagen: Nur vier Firmen, nämlich FMC, Fresenius SE, Fuchs und Stratec, haben jedes Jahr ihre Dividende erhöht.

Gemessen an den Gewinnen mögen die Ausschüttungen deutscher Firmen auch 2014 gering sein, der Gesamtbetrag ist dennoch ansehnlich: Deutsche Aktionäre dürfen sich über insgesamt 37,2 Milliarden Euro freuen, das ist ein Tick mehr als ein Jahr zuvor. Rund die Hälfte der Unternehmen erhöht die Dividende, ein Sechstel senkt sie.

Die größte Gesamtsumme schüttet Siemens aus – und löst damit die Deutsche Telekom ab, die zehn Jahre lang die Rangliste anführte. Nummer Zwei ist die BASF, die nach Meinung der DSW bereits in diesem Jahr an die Spitze rücken könnte.

Die DSW stellte auch die „Versteckten Dividenden Stars“ vor. Das sind weniger bekannte Unternehmen, die in den vergangenen zehn Jahren immer Dividende gezahlt haben, dabei mindestens mit fünf Anhebungen und maximal einer Kürzung. Top-Wert war das Unternehmen Stratec Biomedical mit einem durchschnittlichen jährlichen Dividendenplus von 35,8 Prozent, gefolgt von DIC Asset mit 25,4 Prozent und der Maschinenfabrik Berthold Hermle mit 25,2 Prozent.

Beim Kauf einer Aktie sollten Anleger aber nicht nur auf die Höhe der Dividende achten, sondern auch auf die Dividendenrendite (Verhältnis der Dividende zur Kursentwicklung), die Ausschüttungsquote (welcher Teil vom Gewinn ausgezahlt wird), das Dividendenwachstum und die Dividendenkontinuität, so die DSW.

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