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Ackermann und Deutsche Bank Kritiker vermiesen Ackermann den Abschied

Der umstrittenste Banker Deutschlands räumt seinen Platz bei der wohl umstrittensten Bank. Seine Gegner nutzen den Abschied für eine Generalabrechnung - und kündigen weiteren Ärger an.

Das Victory-Zeichen als Ausdruck von Arroganz: Anti-Ackermann-Karikatur. Foto: screenshot

Mit Josef Ackermann ist es wie mit Bayern München: Man ist für ihn oder gegen ihn, dazwischen gibt es nicht viel.

Unvergessen, wie Ackermann 2004 im Mannesmann-Prozess die Finger zum Siegeszeichen spreizte  - seitdem steht er stellvertretend für die angebliche Arroganz der Banker, verächtlich Ackermänner genannt. Nur ein Jahr später folgte ein weiterer Fehlpass: Ackermann verkündete gleichzeitig ein Rekordergebnis und den Abbau Tausender Arbeitsplätze. Spätestens dann war klar, dass Sensibilität nicht gerade seine Kernkompetenz ist.

Zum seinem Abschied als Chef der Deutschen Bank mehren sich wieder die, die zurecht seine Verdienste betonen. Hier eine wohlwollende Biografie von Manfred Pohl, da ein Porträt in der "Zeit", das noch einmal seine Verdienste in der Eurokrise herausstellt und überhaupt seinen Einsatz für die Politik. Der Tenor: Manchmal gibt er sich stur, aber wir haben ihm viel zu verdanken.

Die Abrechnung

Aber auch seine Gegner melden sich zu Wort: Das Bündnis „Andere Banken braucht das Land“ nutzt den Abschied für eine Generalabrechnung.

Ein ganzes Dossier haben die Kritiker erstellt, unter ihnen Foodwatch, Urgewald und das Bündnis kritischer Aktionäre. Auf der ersten Seite: Qualmende Kraftwerke vor einer verwüsteten Landschaft. Darüber die zynische Abänderung eines Werbeslogans in „Leistung, die Leiden schafft". Elf Seiten lang arbeiten sich die Autoren an Ackermann ab, mal mit platten Acker-Witzen, mal mit detaillierter Kritik.

Bei der Hauptversammlung der Bank am Donnerstag müsse sich Ackerman auf kritische Fragen einstellen, kündigten Vertreter von fünf Öko- und Friedens-Initiativen an. Die Bank lasse ihren Ankündigungen, aus manchen Geschäften auszusteigen, keine Taten folgen. Die Deutsche Bank weist die Vorwürfe zurück. (mit rtr)

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