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Abzocke Schnelles Geld im Internet

Verbraucherschützer warnen vor dubiosen Anlagen mit haltlosen Renditeversprechen. Die Betrüger nutzen soziale Medien und geben sich in der Regel nicht wirklich zu erkennen.

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Meist bleibt im Dunkeln, wer hinter den Anbietern steckt. Foto: peter-juelich.com

Sie haben Namen wie Wealth Generators, Bitclub Network oder Kairosplanet. Sie werben mit vermeintlichen Erklärvideos auf Youtube und suchen Leichtgläubige gezielt über soziale Netzwerke, denen einfach und schnell verdientes Geld versprochen wird. Wer eine Mail von ihnen bekommt, sollte die Finger von ihren Angeboten lassen und die nächstgelegene Verbraucherzentrale informieren. 

In Frankfurt ist Wolf Brandes Chef des Marktwächterteams Finanzen, eines Frühwarnsystems der Verbraucherzentralen. Der Spezialist in Sachen dubiose Geldanlagen im Internet hat vor allem eine Botschaft. „Sie sehen ihr Geld nie wieder.“ Das gelte vor allem, wenn besagte Anbieter im Ausland sitzen. Beliebt ist Panama.

Weil sich Beschwerden über Anbieter dubioser Geldanlagen im Internet bundesweit immer mehr häufen, haben auf Finanzen spezialisierte Verbraucherschützer gut 50 häufig genannte Webseiten so genau unter die Lupe genommen wie es geht. Manche Spur bleibt vage, weil über die Hälfte der Anbieter ohne Impressum arbeitet. „Das ist kein gutes Zeichen“, sagt Brandes. Gut zwei Drittel der untersuchten Domains seien im Ausland registriert, mehrere sogar bei ein und derselben Postfachadresse in Panama. „Verbraucher hätten große Schwierigkeiten, ihre Rechte hier durchzusetzen“, stellt der Frankfurter Verbraucherschützer klar.

Geschädigte würden es meistens auch gar nicht versuchen, vor allem so lange es um kleinere Summen von einigen hundert Euro geht – und das sei oft der Fall. Dabei würden Opfer nicht mehr nur mit dem Gießkannenprinzip per Spammail angelockt, sondern immer öfter auch ganz gezielt dort, wo Not herrscht und sich Gefährdete konzentrieren.

Brandes nennt einen Fall. In einem Forum für Spielsucht sei ein Teilnehmer namens „Helping Hands“ aufgetaucht. Er habe der dortigen Klientel angeboten, ihre Verluste per Einstieg in ein Geldanlagemodell zu kompensieren. Auch auf Internetseiten für Jobsuchende würden gezielt Opfer kontaktiert.

Wer sich auf solche Verlockungen einlässt, die oft mit haltlosen Renditeversprechen von bis zu 20 Prozent garniert werden, muss aber erst einmal Vorkasse leisten.

Mal werde das mit einer Art Mitgliedsgebühr oder als Unkostenbeitrag für eine Schulung begründet. Verlangt würden oft kleinere Summen von 100 oder 200 Euro, die Einzelne immer wieder blauäugig riskieren und wegen derer man nicht vor den Kadi zieht. „Aber Kleinvieh macht auch Mist“, sagt Brandes. Vor allem wenn sich die 100 Euro-Scheine mit einer größeren Zahl Betroffener multiplizieren. Verbraucherschützer schätzen, dass die bundesweit mindestens in die Tausende wenn nicht Zehntausende geht.

Hellhörig machen sollte aber auch die Art der Geschäftsmodelle, die per Internet präsentiert werden. Abgesehen von angeblich raffinierten Geldanlagen und monatlichen Einzahlungen schließen die Methoden auch das Werben neuer Teilnehmer und damit offensichtliche Schneeballsysteme ein. Es gibt aber auch Fälle, in denen für Klicks auf Werbeanzeigen und das damit verbundene Hochtreiben von Klickraten ein hohes Einkommen versprochen wird. Bevor man die Listen der anzuklickenden Anzeigen im Internet bekommt, ist aber wiederum erst einmal Vorkasse fällig.

Solch dubiosen Anbietern das Handwerk zu legen ist schwierig. Mit Facebook sind die Verbraucherschützer in Kontakt, zumal sich das Netzwerk jüngst eine Selbstverpflichtung auferlegt habe, gegen illegale Finanzwerbung vorzugehen. Das Probleme sei, dass Facebook viele Fälle von Opferwerbung auf den eigenen Seiten nicht als Werbung anerkennt, bedauert Brandes. Die Anbieter würden nämlich keine bezahlten Anzeigen schalten, sondern über eigene Facebook-Accounts als Mitglied aktiv werden. In den Augen der Verbraucherschützer sei das zwar wirkungsgleich, wovon Facebook sich aber noch nicht habe überzeugen lassen.

Demnächst will Brandes auch Kontakt mit Youtube aufnehmen, um dort Werbevideos für offensichtlich betrügerische Anlagestrategien entfernen zu lassen. Er ahnt aber schon jetzt, dass es nicht leicht sein wird, dort offene Ohren zu finden. Dazu komme, dass verrufene Anbieter oft einfach ihre Namen ändern, ihre Praktiken aber munter weiterbetreiben. So sei Kairosplanet früher als Kairos Technologies aktiv gewesen. 

Wer mit schnellem Geld im Internet oder auf sozialen Medien gelockt wird, kann sich deshalb vorerst am besten dadurch schützen, dass er den gesunden Menschenverstand einschaltet und allen Formen von Vorkasse, fehlendem Impressum oder Postfachadressen aus Panama misstraut.

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