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Abgas-Skandal bei VW Verkehrsminister will Diesel-Modelle prüfen

Die von Volkswagen und Audi in den USA zugegebenen Manipulationen ziehen erste Konsequenzen nach sich: Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt will „umgehend“ VW-Dieselmodelle testen lassen. Die Grünen verlangen indes eine parlamentarische Aufarbeitung.

Verkehrsminister Dobrindt will "umgehend" VW-Dieselmodelle überprüfen lassen. Foto: AFP

Als Reaktion auf die VW-Abgas-Affäre will Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt sämtliche Diesel-Modelle des Autobauers auf dem deutschen Markt überprüfen. Dies habe der CSU-Politiker VW-Chef Martin Winterkorn in einem Gespräch angekündigt, erklärte sein Ministerium am Montagabend in Berlin. Dobrindt werde das Kraftfahrtbundesamt anweisen, bei den VW-Dieselmodellen „jetzt umgehend strenge spezifische Nachprüfungen durch unabhängige Gutachter zu veranlassen“, sagte ein Sprecher des Ministeriums. Winterkorn habe für die Tests seine „absolute Unterstützung“ zugesagt.

Zuvor hatten Grünen-Politiker Dobrindt aufgefordert zu handeln. Der Verkehrsminister müsse umgehend klären, ob vergleichbare Betrügereien bei den Abgas-Werten wie in den USA auch in Deutschland stattfinden, hatte Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer am Montagvormittag im Gespräch mit der FR gesagt. „Dazu werden wir im Bundestag schnelle Antworten einfordern, um zu erfahren, ob deutsche Behörden bei diesen illegalen Aktivitäten durch aktives Wegschauen geholfen haben.“

Die Grünen wollen Dobrindt dafür bereits am Mittwoch vor das Bundestagsplenum zitieren. Dort soll der CSU-Politiker in einer Fragestunde Rede und Antwort stehen. Überdies will sie noch in dieser Woche einen Antrag ins Parlament einbringen, mit dem sichergestellt werden soll, dass bei der Abgasmessung in Deutschland künftig zuverlässigere Methoden zum Einsatz kommen.

Umwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth erklärte: „Wir stehen vor einem Fall von eklatanter Verbrauchertäuschung und Umweltschädigung. Ich erwarte, dass VW lückenlos offenlegt, wie und in welchem Ausmaß diese Manipulationen stattgefunden haben.“

Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), der dem Aufsichtsrats-Präsidium bei Volkswagen angehört, sagte am Montag: „Eine Manipulation von Emissionstests ist völlig inakzeptabel und durch nichts zu rechtfertigen.“

Nach Einschätzung der Deutschen Umwelthilfe setzen neben VW auch andere Hersteller wie BMW, Daimler, Opel und Ford spezielle Abschalt-Einrichtungen bei der Abgasreinigung ein, um noch mehr Leistung aus den Motoren herauszuholen. Die von Volkswagen und Audi in den USA zugegebenen Manipulationen bei Diesel-Pkw erfüllen nach Auffassung des Verbands den Tatbestand der vorsätzlichen Körperverletzung. Die Umwelthilfe fordere daher den Rücktritt von VW-Vorstandschef Martin Winterkorn, so Geschäftsführer Jürgen Resch.

Die Grünen-Umweltpolitikerin Bärbel Höhn sagte: „Spannend wird der weitere Prozess in den USA, weil Manager dort mittlerweile persönlich für das Fehlverhalten von Unternehmen belangt werden können.“ (mit rtr)

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